«Burkaverbot hätte Nebenwirkungen und keine Wirkung»

St. Gallen, 18.9.18 (kath.ch) Nach dem Bistum und dem katholischen Konfessionsteil äussert sich auch der reformierte Kirchenrat St. Gallens zum Burkaverbot: Er empfiehlt eine Ablehnung der kantonalen Vorlage, über die am 23. September abgestimmt wird.

Das Burkaverbot würde «mehr Nebenwirkungen als Wirkung» erzielen, schreibt der Evangelisch-reformierte Kirchenrat in einer Medienmitteilung (17. September).

Wirkung erzielte das Verbot wenig, da im Kanton kaum Nikab- oder Burkaträgerinnen anzutreffen seien. «Starke Nebenwirkungen hätte das Gesetz», so der Kirchenrat weiter, «weil die Vorlage auf ein religiöses Symbol zielt, das die gesamte muslimische Gemeinschaft betrifft». Dies könnte das Gesprächsklima zwischen den Religionsgemeinschaften verschlechtern, befürchten die Reformierten.

Es sei zielführender, sich weiter für den interreligiösen Dialog und die Integration einzusetzen, als Verbote zu erschaffen. Die Erfahrung der letzten Jahre spreche dafür, wobei der Kirchenrat die «St. Galler Erklärung» oder die «Ida-Woche» als Beispiele nennt. «Diesen Früchten gilt es Sorge zu tragen.»

Bereits zuvor hatten sich das Bistum und der katholische Konfessionsteil des Kantons St. Gallen kritisch zur Vorlage geäussert. Eine eigentliche Stimmempfehlung gaben beide jedoch nicht ab. (ft/aktualisiert sys)

 

18. September 2018 | 12:32
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