Papst Leo XIV. spricht beim Angelus am Fenster des Apostolischen Palastes am 25. Oktober 2026 im Vatikan.
Vatikan

Vatikan bestätigt: Papst Leo wählt als US-Bürger bei den Midterms

Es ist wohl ein Novum in der Geschichte der Stellvertreter Christi auf Erden: Der Papst «geht wählen», jedenfalls per Briefwahl. Es sei ein Recht und eine Pflicht, an demokratischen Prozessen teilzunehmen, so Leo XIV.

Sabine Kleyboldt

(CIC) Der Vatikan hat Berichte bestätigt, wonach Leo XIV. bei den Midterms in seiner US-amerikanischen Heimat wählen will. «Papst Leo XIV. hat als Staatsbürger der Vereinigten Staaten von seinem Wahlrecht Gebrauch gemacht, wann immer er dazu berechtigt war», teilte das vatikanische Presseamt ··am Freitag mit.

Weiter bestätigt es, «dass er im Einklang mit dieser langjährigen Praxis der staatsbürgerlichen Teilhabe seinen Wahlzettel per Post nach Chicago übermittelt hat».  Auch während seiner Jahre in Peru habe der gebürtige Chicagoer von seinem Wahlrecht Gebrauch gemacht hat, wann immer er dazu berechtigt war. «Der Heilige Vater bringt seine Überzeugung zum Ausdruck, dass es ein Recht und eine Pflicht der Bürger ist, an demokratischen Prozessen teilzunehmen», so das vatikanische Presseamt.

Ein Novum in der Geschichte der Päpste

Es ist wohl ein Novum, dass ein Papst von seinem Wahlrecht als Staatsbürger eines anderen Landes Gebrauch macht. Leo XIV., 1955 als Robert Francis Prevost in Chicago geboren, hat aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Missionar und Bischof in Peru auch die peruanische Staatsbürgerschaft.

Die «Chicago Sun-Times» hatte am Freitag berichtet, das Kirchenoberhaupt habe Briefwahlunterlagen für die Zwischenwahlen in seinem Heimatstaat Illinois beantragt. Die Zeitung berief sich dabei auf Angaben des Wahlbüros im Will County, das südwestlich an die Metropole Chicago grenzt.

Robert Francis Prevost – ein eifriger Wähler

Leo ist demnach unter seinem bürgerlichen Namen Robert Francis Prevost als Wähler in der Gemeinde New Lenox registriert. Die Aufzeichnungen zeigen laut Bericht, dass der Papst sich in der Vergangenheit zwei Mal an den Vorwahlen der Demokraten (2008, 2010), drei Mal an den Vorwahlen der Republikaner (2012, 2014, 2016) sowie vier Mal an den Hauptwahlen, unter anderem für das Präsidentenamt (2012, 2014, 2018, 2024) beteiligte. Für wen er seinerzeit stimmte, ist selbstverständlich nicht bekannt.

Illinois im Mittleren Westen gilt als Blue State, also Hochburg der Demokraten. Seit 1992 setzte sich hier bei allen Präsidentschaftswahlen der demokratische Kandidat durch. Gouverneur JB Pritzker, der sich bei den Midterms am Dienstag der Wiederwahl stellt, gehört der demokratischen Partei an, ebenso wie beide Senatoren und die Mehrzahl der Abgeordneten des Repräsentantenhaus.

Regionalwahlen in Peru ohne Papst

An den Regionalwahlen Anfang Oktober in Peru hatte Leo XIV. allerdings nicht teilgenommen. Dafür hätte er beinahe eine Strafe zahlen müssen, wie peruanische Medien berichteten. Doch fiel der 71-Jährige unter eine Ausnahme: Ab dem Alter von 70 Jahren ist die ansonsten geltende Wahlpflicht aufgehoben. Ansonsten wären umgerechnet 7 bis 19 Euro Strafe fällig gewesen.

Laut dem Bericht war dem heutigen Papst ein Wahllokal in seiner früheren Bischofsstadt Chiclayo zugewiesen worden. In Peru ist das Wahlrecht gemäss Verfassung für Bürger sowohl ein Recht als auch eine gesetzliche Pflicht. Dies soll eine hohe Wahlbeteiligung gewährleisten und den Gemeinschaftssinn stärken.

Anzeige ↓     Anzeige ↑

Während seiner bevorstehenden Südamerikareise wird er unter anderem auch Chiclayo besuchen: Vom 6. bis 17. November stehen Uruguay, Argentinien und Peru auf dem Programm.


Papst Leo XIV. spricht beim Angelus am Fenster des Apostolischen Palastes am 25. Oktober 2026 im Vatikan. | © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
2. November 2026 | 10:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!