Jugendliche schwenken die Südkorea-Fahne am Weltjugendtag im Tejo-Park in Lissabon (Portugal) am 5. August 2023.
Vatikan

Vor Weltjugendtag: Papst ermutigt Koreas Kirche zu Friedensarbeit

Leo XIV. hat jüngst koreanische Priester und Ordensleute aufgerufen, «Baumeister des Friedens» zu sein – gerade im zweigeteilten Korea und im Hinblick auf den Weltjugendtag im südkoreanischen Seoul im August 2027. Dessen Leitwort lautet «Habt Mut: Ich habe die Welt besiegt».

(KAP) Papst Leo XIV. hat koreanische Priester und Ordensleute dazu aufgerufen, mit Blick auf den Weltjugendtag 2027 in Seoul zu «Zeugen der Hoffnung» für junge Menschen und zu «Baumeistern des Friedens» auf der weiterhin geteilten koreanischen Halbinsel zu werden. Bei einer Audienz am letzten Montag im Vatikan forderte er zugleich dazu auf, neue Wege der Begegnung und Versöhnung zu eröffnen.

Rund 170 koreanische Priester, Ordensfrauen und Ordensmänner nahmen an der Begegnung teil, darunter viele Verantwortliche für die Vorbereitung des Weltjugendtags. Korea sei einst ein Missionsland gewesen und heute selbst eine Heimat von Missionaren, sagte Leo XIV. Die Kirche des Landes sei dabei tief mit dem Zeugnis der koreanischen Märtyrer verbunden. «Erinnerung bringt Mission hervor, und Mission öffnet den Weg zur Hoffnung», sagte der Papst.

Friedensbotschaft für koreanische Halbinsel

Besondere Bedeutung gab Leo XIV. der Versöhnung zwischen den Menschen auf der koreanischen Halbinsel. Eine synodale Kirche müsse im anderen «einen Bruder oder eine Schwester und einen Weggefährten, niemals einen Rivalen» erkennen. Dies sei angesichts der fortbestehenden Teilung Koreas besonders wichtig.

Der Papst rief die koreanischen Geistlichen dazu auf, jungen Menschen zuzuhören, sie zu begleiten und ihnen zu vermitteln, dass der Glaube ihre Freiheit nicht einschränke, sondern zu ihrer Entfaltung beitrage. Die koreanischen Märtyrer hätten gezeigt, dass Hoffnung nicht von günstigen Umständen abhänge, sondern von der Überzeugung, dass Christus bereits gesiegt habe.

Leo XIV. erinnerte an die lange Geschichte von Verfolgung, Krieg, Armut und Teilung, die das koreanische Volk geprägt habe. Zugleich rief er dazu auf, weiter dafür zu beten und zu arbeiten, dass «neue Wege der Begegnung» entstehen und das Evangelium des Friedens auf der gesamten koreanischen Halbinsel frei verkündet werden könne.

Zweiter Weltjugendtag in Asien

Der Weltjugendtag findet vom 3. bis 8. August 2027 in Seoul statt. Damit kehrt das internationale katholische Jugendtreffen erstmals seit dem Weltjugendtag 1995 in Manila nach Asien zurück. Erwartet werden junge Katholiken aus aller Welt. Das Leitwort lautet «Habt Mut: Ich habe die Welt besiegt» (Joh 16,33). Die Organisatoren wollen ausdrücklich auch Jugendliche erreichen, die bisher keinen Bezug zum Weltjugendtag haben.

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Die Vorbereitung soll nach den Worten der Verantwortlichen auch über Seoul hinaus in den Ortskirchen stattfinden. Für internationale Besucher sind unter anderem Begegnungen in koreanischen Diözesen vor dem eigentlichen Weltjugendtag vorgesehen. Die Anmeldung internationaler Pilger soll Ende Oktober beginnen.

Auch internationale Freiwillige werden gesucht. Rund 70 langfristige Helfer sollen bereits ab Ende 2026 bis zum Ende des Weltjugendtags im August 2027 bei Übersetzung und Dolmetschen, Pilgerbetreuung, Schulung von Freiwilligen, Transport, Unterkünften und der Durchführung von Großveranstaltungen mitarbeiten. Voraussetzung sind unter anderem katholischer Glaube, gute Englisch- oder Koreanischkenntnisse sowie die Bereitschaft und Möglichkeit, für längere Zeit nach Südkorea zu kommen. Die Bewerbungsfrist läuft, bis die Stellen besetzt sind.


Jugendliche schwenken die Südkorea-Fahne am Weltjugendtag im Tejo-Park in Lissabon (Portugal) am 5. August 2023. | © KNA
10. Oktober 2026 | 09:00
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