Piusbruderschaft will trotz Verbots weiter nach Lourdes pilgern
«Nicht Rebellen, sondern Söhne»: Die Piusbruderschaft will sich ihre Wallfahrt zum berühmten französischen Marienwallfahrtsort nicht nehmen lassen.
(KNA) Der französische Distrikt der Piusbruderschaft zeigt kein Verständnis für den Ausschluss aus dem Heiligtum von Lourdes. In einer am Montag auf seiner Website veröffentlichten Antwort an den Bischof von Lourdes, der Gottesdienste der Piusbrüder in Lourdes untersagt hatte, heisst es, man wolle weiterhin jedes Jahr zu dem Marienort pilgern.
Künftig ist es Priestern und Gläubigen der Priesterbruderschaft Sankt Pius X. nur noch gestattet, «die Grotte oder alle Orte des Heiligtums aufzusuchen, um dort privat zu beten». Man beabsichtige, diese Einladung anzunehmen, heisst es in dem Schreiben. Schliesslich verdiene es die Muttergottes trotz aller Hindernisse nicht, vernachlässigt zu werden.
«Auch wenn die Tore des Heiligtums für eine öffentliche Wallfahrt verschlossen bleiben, so schliesst sich doch die Tür zum Herzen der Mutter Gottes niemals vor ihren Kindern. Zweifellos wird sie die Ihren erkennen!», formuliert der Distriktobere Gonzague Peignot.
«Nicht Rebellen, sondern Söhne»
Weiter schreibt er, man hoffe, Bischof Jean-Marc Micas möge in der Piusbruderschaft eines Tages «nicht Rebellen, sondern Söhne» erkennen, «die in der katholischen Kirche leben und ihr dienen wollen». Micas untersage «einfachen Söhnen der katholischen Kirche, die in keiner Weise den Anspruch erheben, an die Stelle der Kirche zu treten», sich zu versammeln, um öffentlich zu ihrer himmlischen Mutter zu beten«.
Dabei habe die Lourdes-Wallfahrt der Piusbruderschaft im Vorjahr vier Tage gedauert, betont der Distriktobere. Damals hätten Christen und Muslime in interreligiösen Feiern gemeinsam Maria verehrt. Peignot äussert sich empört darüber, dass die Wallfahrt der Muslime weiterhin zugelassen werde, während man die Piusbruderschaft daran hindere.
Entscheidung kurz vor Papstbesuch
Der Bischof von Tarbes und Lourdes hatte den Piusbrüdern die Erlaubnis entzogen, im Heiligtum des französischen Marienwallfahrtsortes Messen zu feiern und Sakramente zu spenden.
Micas reagierte damit auf die Anfang Juli ohne päpstliche Erlaubnis erfolgten Bischofsweihen in Écône. Anschliessend hatte der Vatikan alle Mitglieder der Bruderschaft für schismatisch erklärt.
Die Entscheidung in Lourdes fiel im Vorfeld des Papstbesuchs vor Ort: Leo XIV. wird Frankreich vom 25. bis 28. September besuchen. Nach einem Aufenthalt in Paris will der Papst am 27. September in Lourdes eine Freiluftmesse feiern und für den Frieden in der Welt beten.
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