Darstellung der Dreifaltigkeit - Sohn, Heiliger Geist und Vater - in der Basilika National Shrine of the Immaculate Conception in Washington
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Theologe: Heiliger Geist wirkt nicht nur in bestimmter Gesprächsform

Harmonie statt Streit? Der Theologe Michael Böhnke kritisiert eine zu enge Verbindung von Synodalität in der Kirche mit einer bestimmten Methode. Er betont: Der Heilige Geist wirkt auch anders.

(KNA) Der Theologe Michael Böhnke warnt davor, den Heiligen Geist auf ein bestimmtes Format zu beschränken: «Eine Monopolisierung des Heiligen Geistes durch die Vorgaben zum ‘Gespräch im Heiligen Geist’ schiesst über das Ziel hinaus», schreibt Böhnke in einem jüngst veröffentlichten Beitrag für das theologische Portal feinschwarz.net.

Das «Gespräch im Heiligen Geist» wurde bei der Weltsynode im Vatikan ab 2023 eingeführt und soll die synodale Kirche auch vor Ort prägen. Die Methode ersetzt das klassische Streitgespräch mit finaler Abstimmung durch einen geistlichen Prozess.

Nur mögliche Konkretion des Heiligen Geistes

Böhnke, der bis 2023 Systematische Theologie in Wuppertal lehrte, betonte, das «Gespräch im Heiligen Geist» könne theologisch nur als eine mögliche Konkretion des Heiligen Geistes betrachtet werden, neben der zahlreiche andere Konkretionen des Heiligen Geistes innerhalb und außerhalb der Katholischen Kirche denkbar und bezeugt sind.

«Der Heilige Geist protegiert das synodale Gespräch nicht nur im Rahmen der Vorgaben. Er ist auch im Handeln der Versammlungen gegenwärtig, die sich ohne diese Vorgaben auf einen synodalen Weg begeben haben», so der Theologe.

Konflikte lassen sich so nicht austragen

Die von Papst Franziskus ins Spiel gebrachten «überhöhenden Identifikationen von Heiligem Geist, Synodalität und Kirche» suggerieren laut dem Theologen, dass es sich beim Gespräch im Heiligen Geist um den einzig möglichen Weg zur Institutionalisierung einer synodalen Kirche handelt. Das sei früh kritisiert worden. Mit der «normativen und sozialen Objektivation der Leitidee der synodalen Kirche durch eine verbindliche Methode» gehe eine Delegitimierung anderer Formate einher.

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Wer das Wirken des Heiligen Geistes auf diese Gesprächsform beschränke, laufe Gefahr, dass diese «als dogmatischer Versuch der Konfliktvermeidung» und «institutionell einseitige Proklamation von Harmonie» verstanden werden könne. «Reale Konflikte lassen sich auf diese Weise nicht austragen. Sie werden durch die unter dem Protektorat des Heiligen Geistes verfügte methodische Disziplinierung des synodalen Gesprächs erstickt», so Böhnke.


Darstellung der Dreifaltigkeit – Sohn, Heiliger Geist und Vater – in der Basilika National Shrine of the Immaculate Conception in Washington | © Tyler Orsburn/CNS photo/KNA
21. August 2026 | 14:00
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