Pfarrer Jean-Pierre Brunner (l.) und Stadtpräsident Mathias Bellwald haben sich am Dienstag im Stockalperschloss Brig zum Handschlag getroffen.
Schweiz

Finanz-Konflikt zwischen Pfarrei und Stadt Brig-Glis gelöst

Im Juli hat die Stadt Brig-Glis ihren Finanzbeitrag an den Glaubensraum Brig-Glis-Naters-Mund gestoppt. Nach einem Protest von Seiten des Pfarrers haben sich die beiden Seiten kürzlich geeinigt.

Regula Pfeifer

Die Stadt Brig-Glis übermittelte im Juli die vereinbarte Zahlung von 750’000 Franken nicht an den Glaubensraum Brig-Glis-Naters-Mund. Dies, obwohl sie laut einem Vertrag zwischen Stadt und Glaubensraum zu einem jährlichen Pauschalbetrag von 1,5 Millionen Franken ab Januar 2025 verpflichtet ist. Über den Konflikt hat der «Walliser Bote» am Dienstag berichtet. Demnach protestierte der Pfarrer in einer Mail an den Stadtpräsidenten dagegen.

Grund nicht abschliessend geklärt

Weshalb es zur Einstellung der Zahlung kam, geht aus dem Zeitungsbeitrag nicht abschliessend hervor. Erwähnt werden unterschiedliche Vorstellungen über die Kommunikation des kirchlichen Personalbudgets. Zudem habe es bereits früher Konflikte gegeben zwischen dem verantwortlichen Pfarrer Jean-Pierre Brunner und dem Stadtpräsidenten Mathias Bellwald.

Die Herz-Jesu-Kirche in Brig-Glis
Die Herz-Jesu-Kirche in Brig-Glis

Das Problem sei inzwischen einvernehmlich gelöst, schreibt Brunner auf Anfrage von kath.ch. Die Gemeinde und die Pfarrei hätten sich geeinigt. Er zeigt sich gegenüber kath.ch nicht bereit, weiter darüber Auskunft zu geben. Auch nicht zur Frage, was für Folgen für die Pfarreien und ihre Mitarbeitenden die über Wochen andauernde Zahlungseinstellung hatte.

Kirchliche Finanzierung anders organisiert

Im Wallis ist die katholische Kirche – mit wenige Ausnahmen – nicht in einem dualen System organisiert, wie ansonsten in der Deutschschweiz üblich. Vielmehr sind die politischen Gemeinden im Wallis dazu verpflichtet, die Pfarreien mit allgemeinen Steuern mitzufinanzieren. Sie übernehmen Defizite oder treffen finanzielle Vereinbarungen – wie in Brig-Glis. Nur die drei Gemeinden Törbel, Saxon und Sitten erheben Kirchensteuern. Eine neue Kantonsverfassung hätte das System geändert, diese wurde aber im März 2024 abgelehnt.

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Pfarrer Jean-Pierre Brunner (l.) und Stadtpräsident Mathias Bellwald haben sich am Dienstag im Stockalperschloss Brig zum Handschlag getroffen. | © zVg
12. August 2026 | 12:00
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