«Vox Ethica» ist zufrieden mit erstem Netzwerktreffen zu Ökologie
Das ökologische Engagement der Kirche ist vielfältig. Am Dienstag haben sich in Freiburg 26 Personen, die im Bereich Ökologie aktiv sind, darüber ausgetauscht. Organisiert hat das Treffen «Vox Ethica». «Die positive Dynamik der Teilnehmenden hat unsere Erwartungen übertroffen», sagt Florian Lüthi, wissenschaftlicher Mitarbeiter der kirchlichen Dienststelle für Ethik.
Barbara Ludwig
Für die «Nationale Tagung zur integralen Ökologie in der Kirche» in Freiburg hat «Vox Ethica» Einladungen an rund 50 Personen verschickt. Teilgenommen haben schliesslich 26 Personen, berichtet Florian Lüthi (37) auf Anfrage von kath.ch. Der Theologe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fachstelle «Vox Ethica», die sich im Auftrag der katholischen Kirche in der Schweiz mit ethischen Fragen befasst.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammten aus allen Regionen der Schweiz. «Es war uns wichtig, dass alle Landesteile, alle Sprachregionen und alle Bistümer vertreten sind. Unsere Grundidee war, Leute aus der ganzen Schweiz, die am Thema integrale Ökologie arbeiten, miteinander zu vernetzen», sagt Lüthi. Denn man habe festgestellt, dass das Wissen voneinander teilweise fehle, insbesondere über die Sprachgrenzen hinaus.
«Die verschiedenen Inputs waren sehr bereichernd.»
Auf Deutsch oder Französisch haben am Dienstag mehrere Teilnehmende Einblick in ökologische Aktivitäten in ihrer Region beziehungweise Ortskirche gegeben. Vorgestellt wurde etwa der «Laudato Si»-Garten in Lugano, das Modell «Nachhaltig Kirche leben» aus dem Kanton Zürich und der Bischofsrat Ökologie der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg. Dass so viele Teilnehmende über ökologische Strategien oder konkrete Projekte berichten wollten, habe ihn «positiv überrascht», sagt Florian Lüthi. «Die verschiedenen Inputs waren sehr bereichernd.»
Zum Ende des ganztägigen Anlasses habe man gemeinsam besprochen, wie es mit dem Netzwerk weitergehen soll. «Und wir haben viele Rückmeldungen erhalten, die uns darin bestärkt haben, nächstes Jahr wieder ein nationales Treffen zu organisieren.» Die Tagung habe deshalb ihr Ziel erreicht, so Lüthi. Angedacht worden sei zudem die Idee, zusätzlich zum physischen Treffen ein Online-Meeting anzubieten. Ob dies realisiert wird, sei aber noch offen.
Neue Online-Plattform zum Austausch von Materialien
Man habe bei den im Bereich Ökologie Engagierten ein grosses Interesse gespürt, sich untereinander zu vernetzen und auszutauschen, sagt Lüthi weiter. Viele Materialien, Dokumente, strategische Papiere seien an dem Anlass ausgetauscht worden. «Die positive Dynamik der Teilnehmenden hat unsere Erwartungen übertroffen», freut sich der Theologe.
Die im Vorfeld angekündigte Online-Plattform zum Austausch von Dokumenten ist bereits eingerichtet worden. Sie ist nicht öffentlich und kann nur von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung benutzt werden. Dank der Plattform könnten sich Interessierte darüber informieren, wie andernorts Projekte aufgegleist oder im Bereich Ökologie tätige Gremien organisiert werden, um nicht bei null beginnen zu müssen, sagt Lüthi. (korr.: Tagung fand am Dienstag statt, nicht am Mittwoch, 17.19 Uhr, bal)
Was Christinnen und Christen zum Umweltschutz motivieren sollte
Bei der Tagung in Freiburg ging es nicht einfach um Ökologie, sondern um eine sogenannte «integrale Ökologie». Der Begriff nehme Bezug auf die Umweltenzyklika «Laudato si» von Papst Franziskus aus dem Jahr 2015, erklärt Florian Lüthi von «Vox Ethica». Dieser Ansatz bestehe darin, Ökologie ganzheitlich zu betrachten, also auch soziale, kulturelle und religiöse Aspekte miteinzubeziehen. «Vox Ethica» sei es wichtig gewesen, auch an der Tagung selbst sowohl dem «konkreten Aspekt» als auch dem «spirituellen Aspekt» Platz einzuräumen. Dieses Ziel sollte mit zwei Referaten erreicht werden, so Lüthi.
«Spirituell mit der Schöpfung unterwegs sein»
An dem Anlass habe deshalb die Biologin Dorothea Hug Peter von der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz die wissenschaftliche Herangehensweise präsentiert, während der Theologe Michel Maxime Egger über die spirituelle Dimension des ökologischen Engagements sprach. Egger hat demnach dargelegt, wie es möglich ist, «spirituell mit der Schöpfung unterwegs zu sein». Schliesslich sei es laut Egger die spirituelle Verbindung zur Schöpfung und zur Natur die Menschen antreibe, sich für den Umweltschutz zu engagieren, berichtet Lüthi.
Mehrfach hätten auch Teilnehmende der Tagung die Bedeutung der spirituellen Dimension unterstrichen. «Wir als Kirchen haben die Aufgabe, diese Dimension als unseren besonderen Beitrag zur Ökologie einzubringen», bringt es Lüthi auf den Punkt. Der Schutz der Schöpfung sei eben nicht einfach «eine Nebensache des Christseins», sondern eine wichtige Aufgabe für Christinnen und Christen. (bal)
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