Die Kampagne macht sichtbar, wofür Kirche heute steht.
Schweiz

«Sichtbarkeit kostet»: Die Zürcher Kirche will mit Kampagne Vertrauen stärken

550 Plakatstellen, ein Kinospot und Planen für Gebäude und Kirchtürme: Mit der Kampagne «miteinander füreinander» will die Katholische Kirche im Kanton Zürich Sichtbarkeit schaffen und verlorenes Vertrauen wiederherstellen. Dafür nimmt sie viel Geld in die Hand.

Jacqueline Straub

Seit April ist im öffentlichen Raum die Kampagne «miteinander – füreinander» der Katholischen Kirche im Kanton Zürich zu sehen. Plakate hängen an rund 550 öffentlichen Plakatstellen im ganzen Kanton Zürich. Auch, aber nicht nur an Bushaltestellen. Ebenso in einzelnen Pfarreien des Bistums Chur ausserhalb des Kantons Zürich hängt die Plakat-Kampagne.

Reputationskampagne «miteinander füreinander»
Reputationskampagne «miteinander füreinander»

Zudem gibt es einen Kurzfilm, der bis Anfang Mai in 24 Kinosälen in der Stadt Zürich und weiteren Häusern in Winterthur, Dietlikon, Männedorf, Dübendorf sowie Freienstein-Teufen zu sehen ist.

Die Katholische Kirche im Kanton Zürich finanziert die Reputationskampagne mit einem namhaften Betrag. «Da kommt schon einiges zusammen. Sichtbarkeit kostet, wie es in der Werbebranche heisst – umso mehr, wenn man professionelle Ansprüche daran stellt», sagt der Kommunikationsleiter Simon Spengler auf Anfrage von kath.ch.

500’000 Franken

Die Kampagne wird über zwei Jahre hinweg rund 500’000 Franken kosten. «Schwerpunkte sind die Plakate, der Spot sowie unsere ‹eigenen› öffentlichen Kanäle wie die Beflaggung von kirchlichen Gebäuden. Letzteres erst im Sommer», so Spengler.

Es gibt sieben Sujets für die Plakate
Es gibt sieben Sujets für die Plakate

Inhaltlich fusst die Kampagne auf einer breiten Bevölkerungsbefragung, die die Forschungsstelle Sotomo durchgeführt hat. Die Umfrage hat in Bezug auf die öffentliche Wahrnehmung ergeben, dass 65 Prozent der Befragten ein eher negatives oder negatives Bild der katholischen Kirche haben. Als sehr wichtig und positiv wurde hingegen das Engagement der Kirche im sozialen Bereich empfunden.

Kirche sichtbar machen

Simon Spengler betont die Kampagnenausrichtung der Themen, «die einerseits für das Selbstverständnis der katholischen Kirche wichtig sind, die andererseits für die Menschen als relevant wahrgenommen werden und die das ‹Spezifische› der katholischen Kirche ausmachen». Er beschreibt den Kern so: «Wir sind eine grosse religiöse Gemeinschaft für alle Menschen. Wir gehen gemeinsam durchs Leben, feiern und leben unseren Glauben, hören zu, beraten, trösten, ermutigen, pflegen unsere religiösen Traditionen und Werte und helfen Menschen in Not.» Vieles davon bleibe im Alltag unsichtbar – «und das wollen wir zeigen».

Die Kampagne wird auch via Social Media und auf der Kinoleinwand verbreitet.
Die Kampagne wird auch via Social Media und auf der Kinoleinwand verbreitet.

Konkret bündelt die Kampagne drei Felder: Seelsorge und Begleitung in schweren Momenten, soziales Engagement und Pflege von Gemeinschaft und Tradition. Genau hier lägen jene Erwartungen, «die eine Mehrheit der Menschen von uns erwartet und die auch anerkannt und geschätzt werden», so Spengler. Ziel sei einerseits «eine objektivere und positivere Wahrnehmung von Kirche in der breiten Öffentlichkeit» zu vermitteln, andererseits eine Stärkung der Kirchenmitglieder.

Die Reputationskampagne will das Engagement vieler ins Licht der Öffentlichkeit rücken.
Die Reputationskampagne will das Engagement vieler ins Licht der Öffentlichkeit rücken.

«Nach den nur allzu gut nachvollziehbaren tiefgreifenden Erschütterungen, Enttäuschungen und Verletzungen in Folge der aufgedeckten Missbräuche im Umfeld der Kirche durch die Pilotstudie von 2023 ist gerade auch der letzte Aspekt für uns sehr wichtig», sagt Simon Spengler.

Die Plakate und die anderen Kampagnenmaterialien stehen allen zur Verfügung und können online heruntergeladen und bestellt werden.

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Die Kampagne macht sichtbar, wofür Kirche heute steht. | © Katholischen Kirche im Kanton Zürich
7. April 2026 | 17:00
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