Kloster Mariastein sucht mit Stelleninserat nach Priestern
Das Benediktinerkloster Mariastein ist ein beliebter Pilgerort. Bislang haben einige ältere Patres verschiedene Dienste in der Wallfahrtsseelsorge übernommen – doch nun fallen diese vermehrt aus. Abt Ludwig Ziegerer sucht nach Priestern, die für eine Zeit im Kloster leben und mitarbeiten.
Jacqueline Straub
Im Benediktinerkloster Mariastein leben derzeit zwölf Mönche. Sie sorgen sich um alle Belange rund um das Kloster – zwei von ihnen sind ausserdem auswärts in der Seelsorge tätig. Der Jüngste unter den Mönchen ist 45 Jahre alt.
Fehlende Patres
Vier Patres, die in den vergangenen Jahren viel in der Wallfahrts- und Pilgerseelsorge gemacht haben, sind in den vergangenen Monaten aufgrund von Krankheiten und Gebrechlichkeit immer wieder ausgefallen. «Sie waren eine enorme Stütze», sagt Abt Ludwig Ziegerer. Weil sie keine festen Verpflichtungen mehr im Kloster hatten, konnten sie spontan den Nachfragen an Seelsorgegesprächen, Beichten oder Segnungen nachkommen.
Denn viele Pilgerinnen und Pilger, die das Kloster Mariastein besuchen, melden sich spontan an der Pforte und bitten um ein Gespräch oder eine Segnung. «Mir ist es wichtig, dass Menschen, die zu uns kommen, auch jemandem begegnen können», sagt Ziegerer.
Doch nun spürt das Kloster die Engpässe in der Wallfahrtsseelsorge immer mehr. «Ich möchte niemanden wegschicken müssen, der einen Segen oder ein Seelsorgegespräch möchte», sagt der Abt und bedauert sehr, dass Anfragen von Gläubigen bereits abgewiesen werden mussten, weil die Pforte keinen Pater finden konnten.
Gastpriester sind willkommen
Weil Ziegerer das zukünftig nicht vermehrt erleben möchte, wurde er nun kreativ und schrieb ein Stelleninserat. Auf der Website des Klosters findet sich dieses: Gesucht werden Priester, die eine Auszeit machen wollen und bereit sind, kleinere Dienste im Kloster zu übernehmen.
«Nebst viel Zeit für Studium, Gebet und Meditation, Spaziergänge, Sport etc. sind wir dankbar für die Unterstützung bei liturgischen und pastoralen Diensten am Wallfahrtsort (z.B. Messfeiern, Segnungen, Seelsorge- und Beichtgespräche oder anderen kleinen Diensten)», heisst es im Inserat.
Die Priester werden für ein bis drei Monate mit den Mönchen zusammenleben. Sie erhalten Kost und Logis. Wer sich für die Wallfahrtsseelsorge entscheidet, wird an drei bis vier Tagen in der Woche für den Bereitschaftsdienst eingesetzt – und wird gerufen, falls sich Gläubige bei der Pforte melden. Pro Tag sind es etwa zwei bis drei Einsätze. «An schönen Tagen, am Wochenende und an Festtagen sind es manchmal fünf bis zehn Anfragen», sagt der Abt. «Aber die Einsätze sind nicht so streng. Es soll ja für die Gastpriester vor allem eine Erholungszeit sein.»
Im Sommer waren bereits zwei Priester temporär im Kloster Mariastein. «Wir haben gute Erfahrungen gemacht», sagt Abt Ziegerer. Interessenten können sich direkt beim Kloster über die Website melden oder bei Prior Armin Russi.
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