Zur Aufarbeitung von Missbrauch gehört die Untersuchung von Akten.
Schweiz

Schweizer Umgang mit Missbrauchsakten im Geheimarchiv von Vatikan gebilligt

Der Vatikan hat für den Umgang der Schweizer Bischöfe mit Akten im bischöflichen Geheimarchiv grünes Licht gegeben. Die Schweizer Bischofskonferenz teilte mit, dass das Vorgehen mit dem Apostolischen Stuhl «klar geregelt» wurde.

Wie katholisch.de berichtet, wird die bisherige Selbstverpflichtung im Umgang mit Missbrauchsakten, auf die sich die Bischöfe geeinigt hatten, demnach uneingeschränkt weiter angewendet. Zu weiteren Details der Absprachen mit dem Vatikan äusserten sich die Bischöfe nicht, da sie die Zuständigkeit dafür beim Heiligen Stuhl sehen.

Missbrauchsakten nicht mehr vernichten

Missbrauchsakten in bischöflichen Geheimarchiven müssen vernichtet werden – so wurde oft Vertuschung begünstigt. In der Schweiz haben die Bischöfe nun erklärt, dieses Recht nicht mehr anzuwenden.

Die für die Schweiz zuständige Apostolische Nuntiatur in Bern teilte auf Anfrage von katholisch.de mit, dass sie der Auskunft der Bischofskonferenz «in dieser Angelegenheit derzeit nichts hinzuzufügen hat».

Nach der Vorstellung einer Untersuchung zu Missbrauch in der Kirche hatten die Schweizer Bischöfe im September 2023 angekündigt, künftig keine Akten mehr in den Geheimarchiven zu vernichten. Dies steht ausdrücklich im Widerspruch zum geltenden Kirchenrecht, das eine regelmässige Löschung vorsieht.

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Akten von Strafsachen in Sittlichkeitsverfahren sind zu vernichten, wenn der Angeklagte verstorben ist, spätestens aber zehn Jahre nach der Verurteilung. Lediglich ein kurzer Tatbestandsbericht mit dem Wortlaut des Endurteils ist aufzubewahren.

Im Widerspruch dazu haben sich die Bischöfe verpflichtet, keine Akten mehr zu vernichten, die im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen stehen oder den Umgang damit dokumentieren, soweit nicht das schweizerische Datenschutzgesetz deren Vernichtung vorschreibt. (katholisch.de/woz)


Zur Aufarbeitung von Missbrauch gehört die Untersuchung von Akten. | © KNA
8. April 2025 | 15:00
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