Wallfahrtsort Maria Bildstein braucht Geld für ein neues Kirchendach
Die Kirche des Wallfahrtsortes Maria Bildstein in Benken SG wurde 1966 erbaut. Weil das Gebäude nicht isoliert ist, kämpft die Trägerschaft mit steigenden Stromkosten. Nun soll das Dach der Kirche auf dem «Sacro Monte» im Linthgebiet saniert werden. Einen Beitrag an die Kosten leisten Katholikinnen und Katholiken mit der Epiphanie-Kollekte.
Barbara Ludwig
Der Benkner Büchel ist eine Erhebung in der Linthebene. Auf dem 605 Meter hohen Hügel befindet sich ein Marienwallfahrtsort mit Kirche. Eine Besonderheit der Wallfahrtsstätte sei der Grotten- und Stationenweg, sagt Dölf Widmer (66), Präsident des Stiftungsrates Maria Bildstein, auf Anfrage von kath.ch. Das ist ein 500 Meter langer Rundweg, gesäumt von rund zehn kleineren und grösseren, teils begehbaren Grotten sowie 14 Kreuzwegstationen.
Grottenbauer aus Oberitalien
In den Grotten sind zumeist Szenen aus dem Leben Jesu dargestellt, vor allem von seiner Passion und seinem Tod. In der Bethlehem-Grotte, der grössten, haben bis zu 30 Personen Platz. Dort werden etwa Rorate-Feiern durchgeführt. Zur Anlage gehört auch eine Lourdes-Grotte.
Erstellt wurden die Grotten von Grottenbauern aus Oberitalien um die vorletzte Jahrhundertwende. «Wegen der Grotten- und Kreuzweganlage wird Maria Bildstein als Sacro Monte im Linthgebiet oder Sacro Monte der Alpennordseite bezeichnet. Es gibt weit und breit nichts Vergleichbares», sagt Widmer.
Stiller Ort im Wald
Maria Bildstein ist ein stiller Ort mitten in einem Buchenwald. «Ich verstehe, dass viele Leute hinaufsteigen, um hier zur Ruhe zu kommen und Kraft zu tanken.» Nebst Einzelpilgern und den Menschen, die die Gottesdienste an Werk- und Sonntagen besuchen, reisen auch Pilgergruppen an.
Widmer schätzt, dass es einige hundert Personen pro Woche sind. Weniger als vor einigen Jahrzehnten, aber er wolle nicht jammern. «Die Kirche ist immer noch gut gefüllt, wir haben einen guten Gottesdienstbesuch.»
Er selbst habe noch einen etwas anderen Blick auf den Ort, weil er als Stiftungsratspräsident auch für den Unterhalt von Kirche, Priesterhaus, Grotten und Stationenhäuschen der Kreuzwege – es hat mehr als einen – verantwortlich sei.
Ein Thema ist zurzeit die Sanierung des Kirchendaches. Die heutige Kirche auf dem Benkner Büchel wurde 1966 nach Plänen des St. Galler Architekten Hans Burkard (1895-1970) gebaut.
Hohe Stromkosten, Schimmel in der Orgel
«Damals hat man der Isolation keine Bedeutung zugemessen. Wenn man unten heizt, geht die Wärme oben zum Dach hinaus. Heute haben wir deswegen stark steigende Stromkosten», erklärt Widmer. Beheizt wird die Kirche mit einer elektrischen Sitzbankheizung.
Durch den Einbau einer Wärmedämmung unterm Dach sollen der Energieverlust verhindert und die Stromkosten gesenkt werden. Entfernt werden muss zudem das eigentliche Dach, das aus asbesthaltigen mittlerweile spröde gewordenen Eternitplatten besteht.
Geplant ist auch eine Photovoltaik-Anlage auf der südlichen Dachseite zur Erzeugung von eigenem Strom. Eine bessere Steuerung der Heizung soll dafür sorgen, dass künftig der auf dem Dach erzeugte Strom zur passenden Zeit für die Beheizung verwendet wird, also zum Beispiel am Samstagmittag, wenn einige Stunden später in der Kirche der erste Sonntagsgottesdienst gefeiert wird.
Vor zwei Monaten habe man Schimmel im Innern der Orgel festgestellt, sagt Widmer. Auch das ist eine Folge der fehlenden Isolation: Die Orgel steht auf der Empore, deren Boden den Eingangsbereich der Kirche überdacht. Boden und Rückwand der Empore sind aktuell nicht isoliert und müssen ebenfalls gedämmt werden.
Auf Spenden angewiesen
Die geplante Sanierung kostet laut einer Kostenschätzung 550’000 Franken. Ein genauer Kostenvoranschlag soll in zwei bis drei Monaten vorliegen, sagt Widmer. Für die Finanzierung ist die Stiftung, die jährlich ein Defizit von 20’000 Franken erwirtschaftet, auf Spenden angewiesen.
Die Haupteinnahmequelle der Wallfahrtsstiftung sei der Erlös aus dem Verkauf von Opferkerzen, sagt Widmer. Dieser sei nach der Corona-Pandemie stark rückläufig. Heute nehme man mit dem Verkauf der Kerzen rund 80’000 Franken jährlich ein, zurzeit der Pandemie seien es über 100’000 Franken gewesen. Auch die Erträge aus den Gottesdienstkollekten seien nicht mehr so hoch wie früher.
«Gestern habe ich als Weihnachtsgeschenk eine Zusage einer Stiftung erhalten.»
Unterstützung für die anstehende Sanierung erhält die Wallfahrtsstiftung vom Katholischen Konfessionsteil des Kantons St. Gallen (150’000 Franken), vom Bistum St. Gallen (20’000 Franken); auch der Kanton steuert 30’000 Franken aus dem Energieförderprogramm bei.
Widmer hat zudem diverse Stiftungen für Unterstützungsbeiträge angefragt. Mit Erfolg offenbar. «Gestern habe ich als Weihnachtsgeschenk sozusagen eine Zusage einer Stiftung über einen sehr hohen Beitrag erhalten. Zusammen mit dem zu erwartenden Erlös aus der Epiphanie-Kollekte sollte die Finanzierung des Sanierungsprojekts sichergestellt sein», sagt Widmer – von kath.ch noch vor Weihnachten kontaktiert – hörbar erfreut.
Katholiken können Maria Bildstein an Epiphanie unterstützen
Am 4. und 5. Januar 2025 wird in den Pfarreien im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz die Epiphanie-Kollekte zugunsten mehrerer Renovationsprojekte aufgenommen. Nebst zwei Pfarreien profitiert davon dieses Mal auch die Stiftung Maria Bildstein. Mitte Dezember haben die Schweizer Bischöfe die Gläubigen zur Solidarität aufgerufen.
Maria Bildstein darf mit einem Erlös aus der Kollekte von über 100’000 Franken rechnen. Dies habe ihm die Inländische Mission zugesichert, so der Stiftungsratspräsident. Die gemeinnützige Organisation hilft Pfarreien unter anderem bei der Erhaltung kirchlicher Bauten.
Stiftungsratspräsident ist zuversichtlich
Von ihrem Anteil aus der Kollekte muss die Stiftung allerdings einen Drittel an die Inländische Mission zurückzahlen. Aufgrund der Zusagen grosszügiger Stiftungen macht sich Widmer jetzt aber weniger Sorgen als zuvor. Die Höhe der ungedeckten Kosten sei damit merklich gesunken – von 270’000 auf schätzungsweise einige zehntausend Franken.
Hier geht es zur › Bestellung einzelner Beiträge von kath.ch.




