Missbrauchsvorwurf: Jetzt läuft ein kirchenrechtliches Verfahren gegen Einsiedler Mönch
Der Vatikan hat den Antrag von Abt Urban Federer bewilligt und die Verjährung der mutmasslichen sexuellen Übergriffe des Einsiedler Mönchs Pater A. aufgehoben. Das kirchenrechtliche Verfahren läuft.
Diese Aussage hat Abt Urban Federer hat gegenüber dem «Beobachter» gemacht. «Nun läuft ein kirchenrechtliches Verfahren», sagte Federer im Beitrag vom Samstagmorgen. Wer das Verfahren leitet, ist laut der Zeitung nicht klar. Diesbezügliche Fragen habe der Abt des Klosters Einsiedeln nicht beantwortet.
Beim mutmasslichen Missbrauchsfall geht es um Übergriffe des Einsiedler Paters A. gegenüber Kindern eines Einsiedler Waisenhauses vor über 60 Jahren. Ins Rollen gebracht hat den Fall der damalige Waisenhaus-Bub und inzwischen über 70-jährige Walter Gerzner im letzten Frühling. Er erzählte dem «Beobachter», dass nicht nur er, sondern auch andere Kinder zu Pater A. aufs Zimmer mussten.
Mönche gaben Religionsunterricht
Das Waisenhaus wurde damals von Ingenbohler Schwestern geführt. Die Kinder hatten aber auch Kontakt zu Einsiedler Mönchen. Letztere gaben im Dorf Religionsunterricht, und die Kinder ministrierten in der Kirche.
Auf Druck des «Beobachters» reichte Abt Urban Federer Strafanzeige ein und meldete den Fall Pater A. nach Rom. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz ging unterdessen auf den Fall nicht ein, da er strafrechtlich verjährt ist.
Untersuchungsbericht von 2011
Ein Untersuchungsbericht über sexuelle Übergriffe im Umfeld des Klosters Einsiedeln hat 2011 zutage gebracht, dass 15 Mönche des Klosters Einsiedeln seit den 1950er-Jahren sexuelle Übergriffe verübt hatten. Demnach gab es mindestens 40 Opfer.
Der Fall Pater A. ist in diesem extern verfassten Untersuchungsbericht nicht erwähnt, wie Federer gegenüber dem «Beobachter» sagte. Das mutmassliche Missbrauchsopfer Walter Gerzner wusste damals nichts von der Untersuchung. (kath.ch)
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