Diese Orgel in Lenzburg wird abgebaut und nach Uruguay verschifft - als Geschenk.
Schweiz

Wenn die Orgel von Lenzburg in Südamerika von Neuem erklingt…

Die Orgel in der katholischen Herz Jesu Kirche in Lenzburg wird abgebaut und nach Uruguay transportiert. Zuerst hatte man eine umfassende Sanierung der heutigen Kuhn-Orgel von 1950 geprüft. Dann entschied sich die katholische Kirchgemeinde für einen Neubau. Die jetzige Orgel wird nun Orgelpfeife um Orgelpfeife nun in der katholischen Herz Jesu Kirche in Lenzburg abgebaut – und in den Schiffscontainer verladen.

Der Abbau der alten Orgel in Lenzburg wird rund drei Wochen dauern. In dieser Zeit im Juni wird die Herz Jesu Kirche geschlossen bleiben. Die Gläubigen können die Gottesdienste in Wildegg und Seon besuchen. Dann verschifft man sie nach Südamerika, wo sie in einer stolzen Kathedrale San Juan Bautista (»Johannes der Täufer») im sonnigen Uruguay neu errichtet wird.

Orgelbauer aus Uruguay wurde auf Orgel aufmerksam

Wie die «Aargauer Zeitung» berichtet, wurde Mario d’Amico Holzmann über die Orgelkommission auf das Instrument in Lenzburg aufmerksam. Er war sofort begeistert, meldete sich beim Bistum Salto. Holzmann stammt aus Uruguay und arbeitet als Orgelbauer und Intonateur in der Schweiz.

In der grosszügigen Kathedrale in Salto in Uruguay wurde seinerzeit beim Bau zwar eine Empore für eine Pfeifenorgel errichtet, eine solche aber fehlt bis heute. Diejenige aus Lenzburg passt offenbar wunderbar, kann eingesetzt werden für Gottesdienste, Konzerte und Unterricht. Bald war man sich einig. Eine Schenkungsurkunde wurde unterzeichnet.

Drittgrösste Stadt in Uruguay

Salto ist die Hauptstadt des gleichnamigen «Departamentos Salto in Uruguay». Mit rund 100’000 Einwohnern ist die am uruguayisch-argentinischen Grenzfluss Rio Uruguay gelegene Stadt die drittgrösste des Landes nach Montevideo und der in dessen Metropolregion liegenden Ciudad de la Costa.

Die Kathedrale San Juan Bautista in Salto in Uruguay
Die Kathedrale San Juan Bautista in Salto in Uruguay

In Uruguay wurde eine Arbeitsgruppe gebildet mit Botschafter und Bischof, einer Notarin sowie Vertretern von Kirche, Kultur und Politik. Sie organisieren den Transport mit dem Schiffscontainer und den Wiederaufbau.

Neue Lenzburger Orgel kostet 1,2 Millionen Franken

Die neue Lenzburger Orgel kommt auf 1,2 Millionen Franken, der Rest auf die Sanierung der Empore sowie die Freilegung und Restaurierung des heute hinter der Orgel verborgenen farbigen Rosettenfensters in der sonst schlichten Kirche. Um alle Arbeiten ausführen zu können und möglichst wenige Abstriche machen zu müssen, lancierte die Katholische Kirchgemeinde einen Spendenaufruf. Fast 89’000 Franken kamen bisher zusammen, weitere 12’000 sind zugesichert.

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Am Sonntag, 9. Juni, um 17 Uhr, wird die Orgel zum letzten Mal in Lenzburg erklingen. Mit einem Benefizkonzert werden talentierte junge Instrumentalisten sowie Organisten des Pastoralraums das Orgelprojekt unterstützen.

Kurzfristig mobile elektronische Orgel

Nach dem Abschiedskonzert wird in Lenzburg als Übergangslösung eine mobile elektronische Orgel des Vereins «Kinder an die Orgel» zum Einsatz kommen. Schon nach den Sommerferien aber bleiben die Türen erneut für Bauarbeiten an der Empore und am Rundfenster geschlossen. Ab Anfang 2025 kommt es dann wieder zu Einschränkungen: Dann beginnen Aufbau und Intonation der neuen Orgel. Mit Uruguay wollen die Lenzburger auf jeden Fall verbunden bleiben – und vielleicht auch bei der Orgelweihe in Südamerika dabei sein. (woz)


Diese Orgel in Lenzburg wird abgebaut und nach Uruguay verschifft – als Geschenk. | © zVg
31. Mai 2024 | 14:00
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