Kapuzinerkloster Olten.
Schweiz

«Das Kloster war eine Oase mitten in der Stadt»: Oltner nehmen Abschied von ihren Kapuzinern

In wenigen Wochen geben die Kapuziner ihr Kloster in Olten auf. Es fehlt der Nachwuchs. Viele Oltner und Oltnerinnen haben eine tiefe Verbindung zum Kloster und seinen Bewohnern. Auf kath.ch nehmen Schriftsteller Pedro Lenz, Journalist Werner De Schepper, Generalsekretärin Tatjana Disteli und Wirt Roger Lang Abschied von «ihren» Kapuzinern.

Annalena Müller

In diesem Frühjahr wird das Kapuzinerkloster seine Tore schliessen. Nach knapp 400 Jahren im Herzen der Stadt verlassen die Ordensbrüder Olten. Der Grund, hier wie in anderen Klöstern: Es fehlt der Nachwuchs. Der jüngste der verbleibenden sechs Kapuziner ist der 78-jährige Werner Gallati. Er und seine Mitbrüder werden Ende April in andere Klöster in der Schweiz übersiedeln.

Olten verliert Teil seiner Seele

Das Klostergebäude wird dann an den Kanton Solothurn übergehen. Die Diskussionen, was mit dem Gebäude geschehen soll, laufen bereits. Diese Diskussionen zu verfolgen, schmerze ihn, schreibt Schriftsteller Pedro Lenz. Ohne die Klosterbrüder, die «die selbstlosesten Gastgeber Oltens» sind, verliere Olten einen Teil seiner Seele, findet der Schriftsteller.

Die letzten Kapuziner in Olten an Silvester 2023.
Die letzten Kapuziner in Olten an Silvester 2023.

Auch den Journalisten Werner de Schepper verbindet eine innige Beziehung zum Kloster. Als junger Mann inspirieren die Brüder ihn, seine Kapazität, selbst Mönch zu werden, zu testen. Später war das Kloster immer wieder Ort wichtiger persönlicher Ereignisse: «Das Kloster war eine Oase mitten in der Stadt – und ich danke den Kapuzinern, die mich und meine Familie ein Leben lang begleitet haben.»

Existenzielles Vakuum

Die Generalsekretärin der Aargauer Landeskirche, Tatjana Disteli, schreibt in ihrem Beitrag über das Vakuum, das der Weggang der Klostergemeinschaft nicht nur für sie persönlich, sondern für die Stadt Olten bedeutet. Ein Vakuum, das für «Katholisch Olten existenziell sein wird – besonders in Zeiten des kirchlichen Personalmangels.»

Roger Lang hat sein Leben in Sichtweite der Kapuziner verbracht. Der Wirt des Rathskellers kennt die Ordensbrüder gut. Pater Paul Rotzetter habe seinen Vater begleitet, als dieser krank wurde. Die Langs sind christkatholisch – aber das spielte keine Rolle. Roger Lang wird seine Nachbarn vermissen. Aber er freut sich auf die schönen «Begegnungen in Luzern, Schwyz oder Rapperswil, wenn ich sie dort besuchen gehe.»

Die persönlichen Abschiedsworte der Tochter und Söhne Oltens lesen Sie ab morgen auf kath.ch.

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Serie: Oltner nehmen Abschied von ihren Kapuzinern

24.01. Pedro Lenz: «Ich werde jeden einzelnen Kapuziner vermissen, wenn sie nicht mehr da sind.»

25.01. Werner de Schepper: «Das Kloster war eine Oase mitten in der Stadt»

26.01. Tatjana Disteli: «Das Kloster Olten ist ein Mahnmal der Freundlichkeit und Nächstenliebe»»

27.01. Roger Lang: «Es ist ein unvorstellbarer Verlust, dass das Kloster Olten ohne die Kapuziner sein wird.»

28.01. Martin Wey: «Kapuzinerkloster Olten – der Kraftort unserer Stadt!»


Kapuzinerkloster Olten. | © Sylvia Stam
23. Januar 2024 | 14:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
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