Blick auf den Erdrutsch in Schwanden (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Schweiz

Kirchenratspräsident zum Glarner Erdrutsch und seinen Folgen: «Es ist schrecklich, dass so etwas passiert ist»

Nach dem Erdrutsch in Schwanden (GL) Ende August hat die Gemeinde Glarus-Süd eine Gefahrenkarte erstellt, die nun Auswirkungen auf die Betroffenen hat. Bewohnerinnen und Bewohner aus dem roten Gefahrengebiet dürfen nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren. Sie sollen abgerissen werden. Wie geht es den Menschen da vor Weihnachten? Kath.ch fragte nach beim Kirchenratspräsidenten von Glarus-Süd, Sergio Rosa.

Wolfgang Holz

«Es ist schrecklich, dass so etwas passiert ist, aber man kann die Natur nicht überlisten», sagt Sergio Rosa, Kirchenratspräsident von Glarus Süd auf Anfrage von kath.ch. Die Menschen in der betroffenen Zone hätten alles verloren, was sie sich in ihrem Leben erarbeitet haben.

Betroffene müssen ihre Häuser verlassen

Erinnern wir uns. Ende August kam es im Gebiet Wagenrunse in Schwanden in der Gemeinde Glarus-Süd zum Erdrutsch. Seither ist, vor allem für die Bewohnerinnen und Bewohner, die ihre Häuser verlassen mussten, nichts mehr so wie früher.

Kirchenratspräsident Sergio Rosa von Glarus-Süd
Kirchenratspräsident Sergio Rosa von Glarus-Süd

Denn jetzt, dreieinhalb Monate später, haben der Kanton und die Gemeinde jüngst eine ereignisbezogene Gefahrenkarte erstellt. Die Konsequenz: Personen, die im sogenannten Gefahrengebiet Rot ihre Häuser haben, dürfen nicht zurückkehren. 40 Menschen sind davon betroffen. Dort herrsche eine «unmittelbare Gefahr für Leib und Leben». Die betroffenen Gebäude sollen deshalb abgerissen werden.

Pfarrer kümmern sich um Betroffene

«Die betroffenen 40 Personen sind alle untergekommen und haben wieder ein Dach über dem Kopf. Der Gemeindeführung hat aus unserer Sicht dabei eine sehr gute Arbeit geleistet. Niemand muss auf der Strasse stehen. Die Menschen werden auch gut betreut», sagt Sergio Rosa.

Gefahrenkarte Schwanden: In der rosa Zone darf künftig niemand mehr wohnen, die jetzigen Häuser werden abgerissen.
Gefahrenkarte Schwanden: In der rosa Zone darf künftig niemand mehr wohnen, die jetzigen Häuser werden abgerissen.

Sowohl der reformierte als auch der katholische Pfarrer würden sich «sehr aktiv» um die Betroffenen kümmern. Sie boten den Betroffenen spontan spirituelle Unterstützung an, es seien auch Gelder gesprochen worden, unter anderem auch aus Spenden und Kollekten von zwei Zürcher Gemeinden. Auch Gutscheine seien an die Betroffenen verteilt worden. Sergio Rosa: «Die Betroffenen haben sich darüber gefreut und uns zahlreiche Dankesbriefe zukommen lassen.»


Blick auf den Erdrutsch in Schwanden (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
16. Dezember 2023 | 16:00
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