Weihbischof Gössl hat mit Nein gestimmt: Bipolarität der Geschlechter nicht aufheben
«Ich bin mir treu geblieben. Es gibt in dem Grundlagentext zur Sexualethik Aussagen, die ich nicht mittragen kann – wie zum Beispiel die Tendenz, die Bipolarität der Geschlechter aufzuheben. Der gesamte Duktus des Textes widerstrebt mir. Am Ende gibt es keine moralischen Regeln mehr, es läuft auf Beliebigkeit hinaus.
Ich habe im Vorfeld der Texterarbeitung versucht, meine Sicht besser einzubringen. Das ist mir nicht gelungen.
Ich erlebe bei den Versammlungen einen grossen Druck, dass etwas passieren muss, damit die Kirche nicht untergeht. Das alles ist nicht vom guten Geist beseelt. Von Anfang an wurden Erwartungen geweckt, die nur zu Enttäuschungen führen können.»
Herwig Gössl (55) ist Weihbischof in Bamberg. Gegenüber kath.ch erläutert er, warum er den Grundtext «Leben in gelingenden Beziehungen – Grundlinien einer erneuerten Sexualethik» auf der vierten Synodalversammlung des Synodalen Wegs in Frankfurt abgelehnt hat. (rr)
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