Theologische Hochschule Chur: Verhaltenskodex gilt auch für Markus Walser
Im Bistum Chur gilt ein neuer Verhaltenskodex, der Missbrauch und Machtmissbrauch verhindern soll. Er gilt auch für die Dozierenden der Theologischen Hochschule Chur. Hier lehrt der konservative Generalvikar des Erzbistums Vaduz, Markus Walser. Ob er den Verhaltenskodex unterschreibt, ist unklar.
Raphael Rauch
Wer in Chur Theologie studiert, kommt an Markus Walser nicht vorbei. Der Generalvikar des Erzbistums Vaduz lehrt in Chur Kirchenrecht. Studierende beschreiben ihn gegenüber kath.ch als angenehmen, kompetenten Dozenten.
Walser verweigert Auskunft
Weniger angenehm verhält sich Markus Walser gegenüber Medien. Die meisten Fragen lässt er unbeantwortet – so auch die Frage, ob er den Verhaltenskodex des Bistums Chur unterschreiben wird.
Konservative Priester des Churer Priesterkreises lehnen diesen ab, da er aus ihrer Sicht gegen die Lehre der katholischen Kirche verstösst – etwa mit Blick auf die Sexualmoral. Bischof Joseph Bonnemain bekräftigt jedoch, dass sich der Verhaltenskodex mit der kirchlichen Lehre vereinbaren lasse.
Hochschule passt Verhaltenskodex an
Markus Walser ist Generalvikar des Erzbistums Vaduz und gilt als rechte Hand des reaktionären Erzbischofs Wolfgang Haas. Es gilt als unwahrscheinlich, dass sich Markus Walser mit dem Churer Verhaltenskodex anfreunden kann. Allerdings ist dieser Voraussetzung dafür, um in Chur lehren zu können.
«Wir sind gerade dabei, den Verhaltenskodex auf den Kontext unserer Hochschule zu adaptieren», teilt Rektor Christian Cebulj kath.ch mit. «Er gilt natürlich auch für uns, bedarf aber verschiedener Konkretisierungen. Wir haben erst kürzlich mit dem Kollegium eine Weiterbildung zum Verhaltenskodex mit Karin Iten und Stefan Loppacher gehabt und sind dabei, verschiedene Punkte zu operationalisieren.» Iten und Loppacher sind die Präventionsbeauftragten des Bistums Chur und haben den Verhaltenskodex massgeblich entwickelt.
Hat Markus Walser Suspendierung verschleppt?
Zuletzt ist Markus Walser in die Kritik geraten, weil er die Suspendierung des Priesters Thomas Jäger mutmasslich verschleppt hatte. Walser hatte bereits im November 2019 von Pädophilie-Anschuldigungen gegen Thomas Jäger erfahren, allerdings erst später reagiert. Walser bestreitet dies. Für Thomas Jäger gilt die Unschuldsvermutung.
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