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Bischof Bätzing lobt den verstorbenen May
Der am 9. Juni tot aufgefundene Leiter des Priesterseminars im Bistum Limburg, Christof May, wird im engsten Familienkreis beigesetzt. Bischof Georg Bätzing lobt den Verstorbenen im Nachruf als «Ideengeber und Motivator» und schweigt zu den Vorwürfen.
Norbert Demuth
May (49) hatte seit dem Mittag des 8. Juni als vermisst gegolten und war nach einer grossangelegten Suchaktion tot aufgefunden worden. Die Staatsanwaltschaft Limburg sieht keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden. Damit ist von einem Suizid auszugehen.
Vorwürfe «übergriffigen Verhaltens»
Am 8. Juni war May laut Bistum in einem persönlichen Gespräch «zu Vorwürfen übergriffigen Verhaltens» angehört worden. Anschliessend habe der Limburger Bischof Georg Bätzing den seit 2018 amtierenden Regens von allen Ämtern freigestellt, «um die Vorwürfe prüfen und aufklären zu können», so das Bistum. Bätzing ist zugleich Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.
Pastoral klug und ideenreich
Bätzing charakterisierte May – der auch Domkapitular und Bischofsvikar für Kirchenentwicklung war – in einem am Montag vom Bistum veröffentlichten Nachruf mit den Worten: «Er war ein von vielen geschätzter Seelsorger, engagiert in der Ausübung seines Dienstes, theologisch versiert, pastoral klug und ideenreich.» Mit grossem Engagement und mit Freude an der Verbreitung der christlichen Botschaft habe May vielen Menschen den Reichtum des christlichen Glaubens erschlossen.
«Er war ein Ideengeber und Motivator, der vom Menschen her dachte und im Lichte des Evangeliums für eine geistliche Erneuerung der Kirche eintrat», so Bätzing. «Am 9. Juni 2022 verstarb May im Alter von 49 Jahren», heisst es in dem Nachruf. Und: «Sein Tod, den er selbst herbeigeführt hat, hinterlässt viele Fragen.»
Nachruf schweigt zu Vorwürfen
Von den gegen May erhobenen «Vorwürfen übergriffigen Verhaltens» ist in der Nachruf-Mitteilung der Diözese keine Rede. Darin heisst es nur, Gedanken und Gebete des Bistums seien «bei der Familie von Christof May und sie sind bei allen, die auf je eigene Weise von seinem Tod betroffen sind».
Requiem am 24. Juni
Das Requiem für den Verstorbenen werde am 24. Juni um 14.30 Uhr gefeiert, teilte das Bistum weiter mit. Zuvor um 14.00 Uhr, erfolge das Sterbegebet. Auf Wunsch der Familie finde dies in der Kirche Maria Verkündigung in Waldbrunn-Hintermeilingen statt.
Die Urnenbeisetzung erfolge zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis auf dem Friedhof in Hintermeilingen. Das geht aus einer am Wochenende veröffentlichten Todesanzeige der Familie hervor. May wurde am 8. April 1973 in Hadamar geboren und wuchs in Hintermeilingen auf. (kna)
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