Resilienz-Kalender 2020

10. Dezember: Lago, Katzen und alte Jungfern

Ein Haustier zu haben, ist nicht nur in Corona-Zeiten ein grosses Glück: früher waren Katzen ein probates Mittel gegen die Ehelosigkeit im Bauernstand…

Erich Schweizer

Unsere grosse Freude – nicht nur, aber auch in schwierigen Zeiten – sind Spaziergänge mit unserem Hund «Lago». Er ist ein Lagotto, acht Monate alt und natürlich der schönste und beste Hund – für uns.

Lago

Jeden Tag erkundet er die Welt aufs Neue mit all seinen Sinnen, schnuppert sich durch die Gegend, bepinkelt Bäume und Sträucher und gräbt Löcher – bisher allerdings ohne Trüffel zu finden. Kein Problem. Es ist beruhigend und beglückend, ihm einfach nur zuzuschauen.

Den Kynophilen unter Ihnen muss ich das nicht weiter beschreiben. Sie kennen es aus eigener Erfahrung. Andere können sich die positive Wirkung von Bakterien und Viren verbreitenden Hunden wohl beim besten Willen nicht vorstellen. Ihnen erzähle ich gerne eine hoffnungsvolle Geschichte.

Katzen und alte Jungfern

Missernten bedrohten früher regelmässig das bäuerliche Einkommen. Kam noch eine Mäuseplage hinzu, wurde es für die Bauern schwierig, die Mitgift für ihre Töchter aufzubringen. So blieben viele junge Frauen zu Hause, unverheiratet und mit stetig sinkenden Chancen auf eine Hochzeit. In ihrer Verzweiflung legten sie sich Katzen als Haustiere zu. Diese Katzen vermehrten sich und frassen viele Mäuse. Dadurch wurden die Getreidevorräte geschont, und den Bauern ging es wieder besser.

Das gibt doch Hoffnung, oder?

Und deshalb erzähle ich auch nicht weiter: dass die Bauern jetzt die Mitgift für ihre Töchter wieder aufbringen konnten, diese nicht mehr zu Hause blieben, keine Katzen mehr hielten und sich die Mäuse deshalb wieder zur Plage entwickelten …

Sollten Sie sich vielleicht doch besser selbst ein Haustier zulegen?

Lago im Wald
10. Dezember 2020 | 00:00
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