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Eine Sterbebegleitung, die nicht zu „Exit“ führt   

Die Vorschläge des Bundesrates zur Verschärfung der Bestimmungen der Suizidbeihilfe sind keine Bevormundung der Bevölkerung, sondern dringend notwendig. Ein Verbot der organisierten Suizidbeihilfe wäre nach Ansicht der Schweizerischen Evangelischen Allianz sinnvoll.

Zürich, 30. Oktober 2009 (th) – Seit Jahren agieren die Sterbehilfeorganisationen in einer gesetzlichen Grauzone und haben dabei zunehmenden Erfolg. Aus ethischer Sicht ist es deshalb zu begrüssen, dass der Bundesrat diese Entwicklung mit Sorge beobachtet und mit einer Gesetzesrevision auch ein Verbot gegenüber solchen Organisationen vorschlägt.

Töten ist keine Dienstleistung

Sterbewünsche sind sehr labil und oft mit depressiven Phasen verbunden. Der Umgang mit leidenden Menschen am Rande des Lebens muss mit viel Feingefühl angegangen werden. Betroffen sind neben dem Sterbenden vor allem auch Angehörige, Bekannte, Ärzte, Pflegepersonal und Seelsorger. Sie sind gefordert, gemeinsam die schwierige Situation zu erleben und durchzustehen. Aus ethischer Sicht ist es nicht vertretbar, dass Sterbehilfeorganisationen Hilfeleistungen bei der Selbsttötung anbieten. Da bei den Sterbehilfeorganisationen für ihre „Dienstleistung“ erhebliche Gelder im Umsatz sind, kann nicht davon ausgegangen werden, dass die von diesen Organisationen angebotene Suizidbeihilfe in einer uneigennützigen Weise geschieht. Bedenklich ist der Anstieg der Fallzahlen der begleiteten Suizide seit einigen Jahren.

Gemeinsame Verantwortung für Lebensschutz

Aus der Sicht des christlichen Menschenbildes gehört es nicht zur spezifischen Freiheit des Menschen, in letzter Konsequenz selbst über Sinn und Wert seines Lebens zu entscheiden. Ein solches Verfügungsrecht steht allein dem Schöpfer des Lebens zu. Kein Mensch hat sich selbst ins Leben gerufen. Das Leben ist Gabe Gottes. Es steht daher auch keinem Menschen zu, über das eigene oder über fremdes Leben ein letztgültiges Urteil zu fällen. Die hohe Suizidrate in der Schweiz zeigt unsere gemeinsame Verantwortung, Menschenleben zu
schützen und uns dafür einzusetzen, dass Menschen auch in hoffnungslosen Situationen sinnvoll begleitet werden. Suizidbeihilfe ist da keine Hilfe, im Gegenteil: Eine Legalisierung der Suizidbeihilfe kann den Druck auf todkranke Menschen verstärken, ihrem Leben ein verfrühtes Ende zu setzen.

Liebevolle Begleitung statt organisierter Sterbehilfe

Palliative Care mit dem Ziel, dem sterbenden Menschen eine bestmögliche Lebensqualität bis zum Tod zu garantieren, hat sich zunehmend als Alternative zur Sterbehilfe entwickelt. Die Schweizerische Evangelische Allianz unterstützt die Bestrebung zur Entwicklung der Palliative Care. Palliative Medizin und eine kompetente, geduldige und liebevolle Betreuung von todkranken Menschen sind die besseren Mittel, um Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten, als der Giftbecher gegen Bezahlung.

Ausführliche Stellungnahme

Die Schweizerische Evangelische Allianz gibt in diesen Tagen eine ausführliche Stellungnahme zur Frage der Suizidbeihilfe heraus. Diese Stellungnahme ist im pdf-Format bereits erhältlich und wird ab Anfang November auch in gedruckter Form vorliegen.

Schweizerische Evangelische Allianz, 30.10.2009

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Freitag, 3. September 2010, 05:50:07
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