Ostereier | © pixabay.com CC0

Ostern und seine Bedeutung

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An Ostern feiern die christlichen Kirchen die Auferstehung von Jesus Christus. Es handelt sich um ein Hochfest im liturgischen Jahreskreis. Warum an diesem Fest das “Halleluja” gesungen wird, wann die Osterkerze angezündet wird und woher das “Osterlamm” kommt, erfahren Sie in unserem Dossier.

Ostern

An Ostern feiern die christlichen Kirchen die Auferstehung von Jesus Christus. Er ist gestorben und auferstanden von den Toten, heisst es im Glaubensbekenntnis.

Die Osterzeit dauert genau fünfzig Tage. Ostern findet die Vollendung am Pfingsttag, am 50. Tag nach Ostern. So wird die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten auch die Zeit der “fünfzig Tage” genannt. Die Osterzeit wird in der Kirche als ein grosser Tag gefeiert. Es geht dabei um die Freude über die Erlösung durch Kreuz und Auferstehung. Christus ist für alle Menschen gestorben und auferstanden.

Die Osterzeit ist geprägt vom häufigen Singen des «Halleluja». Während dieser ganzen fünfzigtägigen Zeit brennt die Osterkerze im Kirchenraum in den gottesdienstlichen Feiern. Die Osterkerze ist Zeichen für Jesus Christus, das Licht der Welt, der die Finsternis des Todes überwunden hat.

Mehr zur Bedeutung von Ostern (Liturgisches Institut)

Brauchtum
Ostereier | © pixabay.com

 

Geheimnis der Auferstehung

Das österliche Geheimnis beruht auf dem Glauben, dass Christus die Vergänglichkeit dieser Welt durch seine Auferstehung überwunden hat. Er hat den Tod für immer besiegt: “Durch seinen Tod hat er unseren Tod vernichtet und durch seine Auferstehung das Leben neu geschaffen.” (Präfation für die Osterzeit I)

«Lumen Christi – Deo Gratia»

In der Feier vom Karsamstag auf den Ostersonntag wird die Liturgie in vollständiger Dunkelheit eröffnet mit dem «Lumen Christi», das beim Einzug in die Kirche gesungen wird. Christus ist das Licht («Lumen») der Welt. Die Auferstehung geschieht durch die Gnade Gottes. ER/SIE schenkt uns allen die Befreiung aus dem Tod. «Deo Gratia» bedeutet «Dank sei Gott».

Farbe «Weiss» — Hochfest

An den Hochfesten tragen die Zelebranten der Gottesdienste die Farbe Weiss, die auch von goldigen Elementen ergänzt sind. Das wirkt besonders feierlich. Es handelt sich um die liturgische Farbe der Gewänder an der Osterfeier und den darauf folgenden 49 Tagen.

Halleluja

Das «Halleluja» ist ein Lobgesang auf Gott. Das Wort besteht aus den hebräischen Wurzeln «hallel», was loben bedeutet, und «ja», das eine Kurzformel für den jüdischen Gottesnamen darstellt. An Ostern wird das Halleluja als Loblied gesungen. In vielen Kirchen gibt es an Ostern Konzerte, in denen ein Chor das Halleluja singt. Die berühmteste musikalische Komposition der Musikgeschichte ist das «Halleluja» von Georg Friedrich Händel in seinem Passionsspiel «Messias».

Dreifaches Osterhalleluja in aufsteigender Tonart

Osterlamm

Die Metapher vom «Osterlamm» stammt aus der jüdischen Tradition. Im Pessach-Fest wurde zur Zeit von Jesus – in Erinnerung an den Exodus aus Ägypten – ein Lamm geopfert und gegessen. Diese Tradition ist in die christlichen Urgemeinden übergegangen. Das Lamm wurde hier umgedeutet als Christus, der als Lamm für uns geopfert wurde. Bis heute ist das Wort «Osterlamm» in den liturgischen Texten sichtbar. Im Hochgebet betet der Priester: «In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater, immer und überall zu danken, diesen Tag aber aufs höchste zu feiern, da unser Osterlamm geopfert ist, Jesus Christus. Denn er ist das wahre Lamm, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.»

Osterlachen

Weil Ostern ein grosses Freudenfest ist, hat sich durch die Geschichte der Kirche die Tradition des Osterlachens entwickelt. Christinnen und Christen singen nicht nur das «Halleluja», sondern brechen vor Freude in ein grossen Lachen aus.

Kraft des Heiligen Geistes als Abschluss der Osterzeit

Fünfzig Tage nach Ostern empfängt die Kirche und damit alle Gläubigen die Kraft des Heiligen Geistes. Das Pfingstfest ist der krönende Abschluss der Osterzeit. Während der ganzen Osterzeit hat die Kirche sich mit weissen liturgischen Gewänder gekleidet. An Pfingsten bringt die rote liturgische Farbe das Feuer des Heiligen Geistes zum Ausdruck, das in den Herzen aller Gläubigen entfacht worden ist und auch nach der Zeit “der fünfzig Tage” den Menschen Antriebskraft für ihr Leben sein will.

Meditatives

Lichtfeier in der Osternacht: Segnung des Feuers

Lasset uns beten.

Allmächtiger, ewiger Gott,

du hast durch Christus allen,

die an dich glauben,

das Licht deiner Herrlichkeit geschenkt.

Segne + dieses neue Feuer,

das die Nacht erhellt,

und entflamme in uns die Sehnsucht nach dir,

dem unvergänglichen Licht,

damit wir mit reinem Herzen

zum ewigen Osterfest gelangen.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Alle: Amen.

(Anschliessend wird die Osterkerze gesegnet und am Feuer entzündet.)

Christus ist glorreich auferstanden vom Tod.

Sein Licht vertreibe das Dunkel der Herzen.


Osterlob (Auszug aus dem «Exsultet»)

Frohlocket, ihr Chöre der Engel, frohlocket, ihr himmlischen Scharen, lasset die Posaune erschallen, preiset den Sieger, den erhabenen König! Lobsinge, du Erde, überstrahlt vom Glanz aus der Höhe! Licht des großen Königs umleuchtet dich. Siehe, geschwunden ist allerorten das Dunkel. Auch du freue dich, Mutter Kirche, umkleidet von Licht und herrlichem Glanze! Töne wider, heilige Halle, töne von des Volkes mächtigem Jubel.

V: Der Herr sei mit euch.

A: Und mit deinem Geiste.)

V: Erhebet die Herzen.

A: Wir haben sie beim Herrn.

V: Lasset uns danken dem Herrn, unserm Gott.

A: Das ist würdig und recht.

V: In Wahrheit ist es würdig und recht, den verborgenen Gott, den allmächtigen Vater, mit aller Glut des Herzens zu rühmen und seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn Jesus Christus, mit jubelnder Stimme zu preisen….

O wahrhaft selige Nacht, die Himmel und Erde versöhnt, die Gott und Menschen verbindet! In dieser gesegneten Nacht, heiliger Vater, nimm an das Abendopfer unseres Lobes, nimm diese Kerze entgegen als unsere festliche Gabe! Aus dem köstlichen Wachs der Bienen bereitet, wird sie dir dargebracht von deiner heiligen Kirche durch die Hand ihrer Diener.

So bitten wir dich, o Herr: Geweiht zum Ruhm deines Namens, leuchte die Kerze fort, um in dieser Nacht das Dunkel zu vertrei­ben. Nimm sie an als lieblich duftendes Opfer, vermähle ihr Licht mit den Lichtern am Himmel. Sie leuchte, bis der Morgenstern erscheint, jener wahre Morgenstern, der in Ewigkeit nicht unter­geht: dein Sohn, unser Herr Jesus Christus, der von den Toten erstand, der den Menschen erstrahlt im österlichen Licht, der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit! A: Amen.


Präfation im Hochgebet der Osterfeier – Das wahre Osterlamm

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater, immer und überall zu danken, diesen Tag aber aufs höchste zu feiern, da unser Osterlamm geopfert ist, Jesus Christus. Denn er ist das wahre Lamm, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Durch seinen Tod hat er unseren Tod vernichtet und durch seine Auferstehung das Leben neu geschaffen. Darum jubelt heute der ganze Erdkreis in österlicher Freude, darum preisen dich die himmlischen Mächte und die Chöre der Engel und singen das Lob deiner Herrlichkeit.


Weitere Gebete und liturgische Texte zur Osterfeier auf der Website der Erzabtei St. Martin zu Beuron (D)

Bücher und Videos

für Kinder

Filme und Bücher für die Osterzeit (Relimedia)

Florentine Prechtel: Die Ostergeschichte (Bilderbuch, Herder Verlag)

Franziska Schneider-Stotzer: Von Frühlingserwachen, Ostern und Himmelfahrt (Buch, Rex-Verlag)

für Erwachsene

Videobeiträge

Katholisches Medienzentrum