Theologe Jan-Heiner Tück
Vatikan

Zwei deutsche Theologen beraten künftig den Papst

Sie beraten den Papst und die oberste Glaubensbehörde in theologischen Fragen. Alle fünf Jahre wird die Internationale Theologische Kommission neu besetzt. Jetzt ist es wieder soweit.

(KNA) Die deutschen Dogmatiker Jan-Heiner Tück und Bernhard Knorn sind in die Internationale Theologische Kommission des Vatikans berufen worden. Sie sind für die nächsten fünf Jahre Teil der Gruppe mit 24 Forschenden, die den Papst in theologischen Fragen beraten, wie der Vatikan am Montag mitteilte.

Bernhard Knorn, Dozent für Dogmatik und Ökumenik, am 10. Juni 2026 bei einer Vorlesung an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt.
Bernhard Knorn, Dozent für Dogmatik und Ökumenik, am 10. Juni 2026 bei einer Vorlesung an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt.

Tück lehrt als Dogmatiker an der Universität Wien. Er ist Autor mehrerer Bücher, unter anderem zum Dialog von Judentum und Christentum sowie zu Fragen des Verhältnisses von Literatur und Theologie. Ein weiterer Schwerpunkt Tücks ist die Auseinandersetzung mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil.

Der Jesuit Knorn ist ebenfalls Dogmatiker und lehrt seit 2018 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt. Forschungsschwerpunkte des Theologen sind Ökumene, interreligiöser Dialog und Konziliengeschichte.

Ein Viertel der Mitglieder sind Frauen

Die Internationale Theologenkommission wurde 1969 von Papst Paul VI. (1963-1978) errichtet. Sie soll aktuelle theologische Debatten und Streitfragen behandeln. Dazu erhält sie auch gezielt Aufträge des Papstes oder des Heiligen Stuhls, insbesondere der Glaubensbehörde. Frühere langjährige Mitglieder waren die Kardinäle Joseph Ratzinger, Karl Lehmann und Christoph Schönborn.

Zuletzt hatte die Kommission im September ein Dokument veröffentlicht, in dem sie sich mit der Frage beschäftigt, ob es im Umgang des Menschen mit der Natur eine «Sünde gegen die Schöpfung und gegen den Schöpfer» gibt und was dies bedeutet.

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Zehn der Neumitglieder stammen aus Europa, je vier aus Südamerika und Asien sowie jeweils drei aus Nordamerika und Afrika. Sechs von ihnen sind Frauen. Auch der französische Jesuit Michel Fédou wird Teil des Gremiums. Er wurde 2022 mit dem Ratzinger-Preis für seinen Beitrag zum wissenschaftlich-theologischen Diskurs ausgezeichnet. Einer seiner Schwerpunkte ist der ökumenische Dialog.


Theologe Jan-Heiner Tück | © zVg
19. Oktober 2026 | 15:32
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