Zuger Kirchgemeinden klotzen mit millionenschweren Bauprojekten
Im Kanton Zug sprudeln offensichtlich noch die Kirchensteuergelder. Sowohl in Risch als auch in Baar planen die Kirchgemeinden neue Bauprojekte im Umfang von insgesamt rund 50 Millionen Franken.
Wolfgang Holz
Die Stimmberechtigten der Katholischen Kirchgemeinde Risch haben jüngst dem Baukredit von 22,9 Millionen Franken für das Projekt Chilepark im Ortsteil Rotkreuz zugestimmt. Mit dem «Chilepark» will die Katholische Kirchgemeinde Risch das Gebiet bei der Pfarrkirche in Rotkreuz komplett neu gestalten.
Neues Zentrum für die Kirchgemeinde
Geplant sind ein neues Zentrum für die Kirchgemeinde, ein öffentlicher Park und ein Wohnhaus mit 18 barrierefreien Wohnungen. Das Zentrum Chilepark soll laut einer Medienmitteilung der Katholischen Kirchgemeinde Risch die heutigen Räume der Kirchgemeinde im Zentrum Dorfmatt beim Bahnhof ersetzen. Das Projekt beinhaltet zudem einen grossen Saal mit bis zu 164 Sitzplätzen, ein Foyer, eine Küche sowie Sitzungs- und Gruppenräume. Dazu kommen noch Räume für Ministranten und Jugendliche, die Verwaltung und ein Archiv.
«Mit dem Ja können wir nun einen Ort realisieren, der sowohl der Kirchgemeinde und der Pfarrei als auch ganz Rotkreuz einen Mehrwert bietet.»
«Wir freuen uns sehr über das Vertrauen der Stimmberechtigten. Mit dem Ja können wir nun einen Ort realisieren, der sowohl der Kirchgemeinde und der Pfarrei als auch ganz Rotkreuz einen Mehrwert bietet», lässt sich Kirchenratspräsident Roger Repolusk in der Mitteilung zitieren. Das Baugesuch soll Ende 2026 eingereicht werden. Im Herbst 2029 soll die Anlage fertig und bezugsbereit sein.
Neues Pfarrhaus sowie 16 Wohnungen
Auch die Katholische Kirchgemeinde Baar plant eine Überbauung mit dem Bau eines neuen Pfarreizentrums, eines neuen Pfarrhauses sowie 16 Wohnungen bei der Pfarrkirche St. Martin. Die öffentlichen Funktionen wie der Pfarreisaal und die Gruppenräume werden in einem Gebäude zusammengefasst, das auf dem Areal des heutigen Pfarrhauses mit Anbindung an den Martinspark realisiert werden soll.
Dabei soll das bestehende grüne Gesamtbild des heutigen Pfarrgartens erhalten bleiben. In den beiden anderen Gebäuden auf dem Gelände des heutigen Pfarreiheims sowie auf dem Parkplatz Kirchmattweg-Asylstrasse entstehen Jugendräume, ein Kinderhort sowie zwei Wohnhäuser mit 16 Wohnungen.
Zwei Notwohnungen
Die beiden Wohnhäuser sollen sieben beziehungsweise neun Wohnungen umfassen. Zwei davon plant die Kirchgemeinde ausdrücklich als Notwohnungen. Der Sozialdienst St. Martin soll sie kurzfristig an Menschen in schwierigen Lebenssituationen vergeben können. Nicht ohne Grund: In Baar hat es in den letzten Jahren eine Obdachlose gegeben, die monatelang auf einer Parkbank nächtigte. Die Kirchgemeinde rechnet für das Gesamtprojekt mit Kosten von 25 bis 30 Millionen Franken.
Trotz der bereits vorhandenen Konkretisierungen steht das Projekt noch am Anfang. Die Luzerner Architekten Bürgi Burkard von Euw erarbeiten derzeit ein Richtprojekt. Danach folgt ein Bebauungsplanverfahren mit öffentlicher Mitwirkung. Die Kirchgemeinde hält es für möglich, dass die Projektierung der ersten Bauetappe 2029 beginnt. Ursprünglich sollten die bestehenden Gebäude der Pfarrei Baar für 12 Millionen Franken saniert werden.
Umgestaltung des Kirchplatzes St. Johannes
Nicht zuletzt präsentierte im Frühjahr der Kirchenrat der Katholischen Kirchgemeinde der Stadt Zug, wie von kath.ch bereits berichtet, seinen Jahresabschluss 2025 mit einem satten Plus von 3,7 Millionen Franken – dank üppiger Firmensteuern.
Diese gute finanzielle Ausgangssituation ermöglicht auch die Umgestaltung des Kirchplatzes der Kirche St. Johannes im Umfang von 200’000 Franken. Das Ziel: Es soll die Aufenthaltsqualität auf dem Kirchplatz St. Johannes steigern, und das Kirchenareal soll zu einem belebten Treffpunkt im stark wachsenden Herti-Quartier umgestaltet werden. Im Oktober beginnen die Umgestaltungsarbeiten.
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