Zoff in Näfels: Kirchgemeinde wählt am Freitag Pfarrer
Am 2. April wurde Pfarradministrator Stanislav Weglarzy zum Pfarrer von Näfels gewählt – illegal. Vorausgegangen war ein monatelanger Streit. Unterdessen gibt es einen neuen Kirchenrat. Am Freitag soll Weglarzy zum Pfarrer gewählt werden. Allerdings könnte es einen Formfehler geben.
Barbara Ludwig
Kommenden Freitag findet erstmals eine Kirchgemeindeversammlung unter dem Präsidium von Martin Laupper statt. Dies berichteten die «Glarner Nachrichten» am Montag. Laupper ist seit dem 10. Juni Präsident der Kirchgemeinde Näfels. Damals entschieden sich die Stimmberechtigten nach einem monatelangen Konflikt für einen Neuanfang, indem sie – bis auf eine Person – alle bisherigen Mitglieder des Kirchenrates abwählten.
Generalvikar gab Pfarrwahlempfehlung ab
Rund zwei Monate zuvor, am 2. April, hatte sich Pfarradministrator Stanislav Weglarzy durch eine illegale Kirchgemeindeversammlung zum Pfarrer wählen lassen. Nun bekommt der tschechischstämmige Priester eine neue Chance: Am Freitag können die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger den bisherigen Pfarradministrator zum Pfarrer wählen – dieses Mal rechtmässig.
Generalvikar Luis Varandas habe die Pfarrwahlempfehlung für Weglarzy zuhanden des Kirchenrates ausgestellt, teilte Nicole Büchel, Sprecherin des Bistums Chur, auf Anfrage mit. «Das Prozedere wurde eingehalten und die Wahl kann stattfinden.»
«Wir sind interessiert, dass der neue Kirchenrat gut starten kann.»
Fridolin Hauser, Katholik aus Näfels
Darüber freut sich Fridolin Hauser. Der Katholik aus Näfels hat sich im Ad-hoc-Komitee «Pfarrgemeinde Näfels – wie weiter?» engagiert. Dieses hatte versucht, zwischen den Konfliktparteien des Näfelser Kirchenstreits zu vermitteln. «Wir sind interessiert, dass der neue Kirchenrat gut starten kann», sagt Hauser zu kath.ch. Seit der Kirchgemeindeversammlung im Juni sei Ruhe eingekehrt in Pfarrei und Kirchgemeinde.
Keine «Bestätigungswahl»
Allerdings kritisiert Fridolin Hauser, dass die Wahl vom kommenden Freitag in den Traktanden der Kirchgemeinde als «Bestätigungswahl» bezeichnet wird. Dies sei im Fall von Weglarzy falsch, weil eine solche Wahl eine Bestätigung einer bereits bestehenden Anstellung sei.
Fridolin Hauser erinnert daran, dass die Wahl vom 2. April unrechtmässig war. Hauser hofft nun, dass es wegen dieses «formalen Fehlers» nicht zu einer Einsprache kommt, die die anstehende Wahl verhindern würde.
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