Kreuz und quer: Hauskreuze, die beim Sekretariat der Pfarrei Maria Himmelfahrt in Jona SG abgegeben wurden.
Schweiz

Wohin mit Hauskreuzen, die man nicht mehr will? Pfarrei Jona plant «Kreuz-Installation»

Viele Menschen scheuen sich, Hauskreuze einfach zu entsorgen. In der Pfarrei Maria Himmelfahrt in Jona SG werden deshalb immer wieder Kreuze abgegeben. Nun will sie der Pfarreirat in einer Ausstellung präsentieren. Gefällt jemandem ein Kruzifix, darf er es mitnehmen.

Barbara Ludwig

Immer wieder werden im Sekretariat der Katholischen Kirche in Rapperswil-Jona oder beim Pfarrer Hauskreuze abgegeben. Der Grund: «Die Leute wollen sie nicht im Abfall entsorgen oder ins Brockenhaus geben», sagt Esther Rüthemann. Die Seelsorgerin ist Pfarreibeauftragte von Maria Himmelfahrt in Jona, einer von drei Pfarreien der Seelsorgeeinheit Rapperswil-Jona.

Bislang habe man die abgegebenen Kreuze im Estrich aufbewahrt. Zwar komme es vor, dass man ein Hauskreuz verwende, um in einem Gottesdienst oder einer Andacht eine Mitte zu gestalten, sagt Rüthemann. Doch mittlerweile seien es schlicht zu viele geworden.

«Das ist das, was die Menschen nicht mehr unbedingt wollen, diesen toten Jesus.»

Es seien sehr unterschiedliche Kreuze, aus Metall, Ton, Holz, bemalt oder unbemalt. Vor allem ältere Kreuze mit Korpus würden abgegeben. «Das ist das, was die Menschen nicht mehr unbedingt wollen, diesen toten Jesus», stellt die Pfarreibeauftragte fest.

Der 10-köpfige Pfarreirat von Jona, dem auch Rüthemann angehört, fragte sich angesichts der vielen Kreuze vor einiger Zeit: Wohin damit? Und entwickelte eine Idee. «Wir haben zwei grosse Wände im Eingangsbereich der Kirche Maria Himmelfahrt gelb bemalt. Dort wollen wir alle Kreuze aufhängen und in einer Installation präsentieren», sagt Rüthemann.

Zirka 70 Kreuze

Die Aktion wurde im lokalen Pfarrblatt angekündigt mit dem Hinweis, dass Hauskreuze «ohne Verwendungszweck» im Sekretariat abgegeben werden können. Zu den Kreuzen, die bereits seit geraumer Zeit bei der Pfarrei aufbewahrt werden, kamen folglich weitere hinzu. Zirka 70 seien es jetzt, sagt die Pfarreibeauftragte.

Die Kreuz-Installation wird am Samstagabend, 12. September, im Anschluss an den Gottesdienst in einer Vernissage vorgestellt. Dabei werden die Kreuze mit Weihrauch und Weihwasser gesegnet.

Neues Zuhause – neue Würde

Die Menschen, die zur Vernissage kommen, dürfen anschliessend ein Kreuz, das ihnen gefällt, abhängen und mitnehmen. «Diese Kreuze sollen einen neuen Ort, ein neues Zuhause bekommen – eine neue Würde auch», sagt Rüthemann. Laut der Pfarreibeauftragten handelt es sich um eine einzigartige Aktion, man wisse von keiner anderen Pfarrei, die etwas Vergleichbares organisiert hat.

Doch was passiert nach der Vernissage mit den Kreuzen, die niemand will? Die Pfarreibeauftragte sagt, die Installation mit den verbliebenen Kreuzen werde zunächst ein Jahr lang in der Kirche bleiben. Und in dieser Zeit dürfen Menschen, die das Gotteshaus besuchen, ein Kreuz mit nach Hause nehmen.

Was danach geschieht, ist offen. Der Pfarrer habe eine Idee dazu, die allerdings noch nicht spruchreif sei, so Rüthemann. Nicht vorgesehen ist auf jeden Fall die Entsorgung im Abfall.

Die Vernissage der Kreuz-Installation findet statt am Samstag, 12. September, im Anschluss an den 17 Uhr-Gottesdienst in der katholischen Kirche Maria Himmelfahrt in Jona SG. 

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Kreuz und quer: Hauskreuze, die beim Sekretariat der Pfarrei Maria Himmelfahrt in Jona SG abgegeben wurden. | © Esther Rüthemann
1. September 2026 | 17:00
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