Andreas C. Müller | © Felix Frey
Schweiz
Andreas C. Müller | © Felix Frey

Wo bleiben Perspektiven und Lösungsansätze?

Aarau, 13.1.18 (kath.ch) Das Bistum Basel und die Aargauer Landeskirche haben gemeinsam untersucht, wie Kirche trotz schwindender Ressourcen nahe bei den Gläubigen bleiben kann. Der Pilotversuch verdient Anerkennung, sagt Andreas C. Müller, Redaktionsleiter des Aargauer Pfarreiblatts «Horizonte» in seinem Kommentar. Er vermisst jedoch einen klaren Kurs, Perspektiven und Lösungsansätze.

Dass das Bistum Basel und die Römisch-Katholische Landeskirche eine gemeinsame Trägerschaft gebildet haben, um herauszufinden, wie die Kirche trotz Strukturveränderungen infolge Personalnotstand nahe bei den Gläubigen bleiben kann, verdient Anerkennung. Umso bedauerlicher, dass die Medienmitteilung von Bistum und Landeskirche (10. Januar) – gewissermassen das Fazit aus einem einjährigen Pilotversuch – zu einer regelrechten Seifenblase verkommen ist. Nach der Lektüre hat man mehr Fragen als Antworten, Vertreter säkularer Medien dürften gelinde gesagt Bahnhof verstehen. Böse Zungen könnten nun behaupten, das sei beabsichtigt.

Fragt man nach, staunt man erneut: Die am Projekt beteiligten Partner teilen offenbar nicht dasselbe Verständnis. Während es von Seiten der Landeskirche sowie von involvierten Seelsorgern heisst, das Projekt ziele in Richtung Mobilisierung von Freiwilligen, die bestimmte Aufgaben übernehmen sollen, welche normalerweise Hauptamtliche machen, heisst es von Seiten des Bistums: «Es geht nicht darum, Freiwillige in die Pastoral zu holen.»

Dass solche versteckten Widersprüche, beziehungsweise kein klar erkennbarer Kurs, all jene frustriert, die sich bis anhin für Lösungen unter Einbezug von Freiwilligen engagiert haben, scheint verständlich. Umso mehr, als in der Medienmitteilung keine Perspektiven, keine konkreten Lösungsansätze präsentiert werden. Man bescheidet sich damit, die Entwicklungen weiter zu beobachten und sich in einem Jahr wieder zur Meinungsbildung zu treffen. Dadurch besteht allerdings die Gefahr, dass auf diese Art und Weise Leute entmutigt den Bettel hinwerfen, die sich über Jahre hinweg für Lösungsansätze eingesetzt haben.

Dieser Kommentar erschien erstmals im Aargauer Pfarreiblatt «Horizonte» (10. Januar 2018).

Bistum Basel sucht aufgrund von Mangel an Seelsorgern nach Lösungen

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