SRF-Religionssendungen stehen auf dem Spiel  | © wikimedia CC-BY-SA-3.0
Schweiz
SRF-Religionssendungen stehen auf dem Spiel | © wikimedia CC-BY-SA-3.0

Waadtländer Muslime sagen Nein zur «No Billag»

Lausanne, 12.1.18 (kath.ch) Die Waadtländer Vereinigung der Muslime (UVAM) sagt Nein zu «No Billag». Mit einer Annahme der Volksinitiative, über die am 4. März abgestimmt wird, bangen die Muslime um den sozialen Zusammenhalt und religiösen Frieden in der Schweiz.

Für die waadtländer Muslime hätte «No Billag» eine Verarmung von Informationen zur Folge.  Dies wäre ein grosses Risiko für ein Land mit sprachlicher und religiöser Vielfalt wie die Schweiz, schrieb die UVAM in einer Medienmitteilung (10. Januar).

Gegenseitiges Verständnis sei ein grundlegender Faktor für den sozialen Zusammenhalt. Als öffentlich-rechtliches Medium spiele die SRG eine wichtige Rolle.

Religiöse Sendungen sind nötig

Die UVAM wies auch darauf hin, dass das Angebot der SRG viele religiöse Programme umfasst, die für gegenseitiges Verständnis zwischen Religionen und Kulturen sorgten. Für religiöse Minderheiten stellten diese Sendungen eine Möglichkeit dar, Vorurteile abzubauen und in politischen Debatten Aufklärung zu leisten.

In der Politik ungenügend neutral diskutiert.

Bei einer Annahme der «No Billag»-Vorlage würden gewisse religiöse, gesellschaftliche und soziale Themen in den täglichen Nachrichten und in der Politik nicht mehr mit genügend Hintergrundwissen und Neutralität aufgearbeitet und diskutiert, befürchtet die UVAM.

Schutz religiösee Minderheiten gefährdet

Die UVAM erinnerte auch daran, dass im Jahr 2016 viele der religiösen Programme durch Verhandlungen mit katholischen und protestantischen Medienzentren gerettet wurden. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die religiösen Sendungen zu den ersten gehören würden, die im Falle einer Service-Public-Abschaffung zurückgedrängt würden.

Die objektive und gründliche Berichterstattung über in der Schweiz lebende religiöse Minderheiten wäre nicht mehr gewährleistet und ihr Schutz würde darunter leiden, schloss die UVAM.

Beratung im Gang

Im Gegensatz zu den Waadtländern nehmen andere Schweizer Muslime vorerst keine Stellung zur «No Billag»-Initiative. Bei der Föderation islamischer Dachorganisationen Schweiz (Fids) sind aber Beratungen im Gange, ob und welche Meinung zum Thema an die Öffentlichkeit getragen werden soll, wie es auf Anfrage von kath.ch hiess.

Kirchen sagen Nein

Auch die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) empfehlen ein Nein zu «No Billag». (cath.ch/ft)

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