Statue Niklaus von Flüe | © 2012 Andrea Moresino
Schweiz
Statue Niklaus von Flüe | © 2012 Andrea Moresino

Viel Wirbel um Feierlichkeiten zu Niklaus von Flüe

Sachseln OW, 13.1.17 (kath.ch) Viel Kritik wird derzeit laut im Zusammenhang mit den Gedenkfeiern des 600. Geburtstags von Niklaus von Flüe. Die einen bemängeln die Passivität des Bundes, andere vermissen einen eigenen Beitrag des Ortsbischofs. Doch ist die Kritik berechtigt? kath.ch hat nachgefragt.

Sylvia Stam

Gerhard Pfister, CVP-Präsident, kritisiert im jüngsten Newsletter der Partei die Passivität des Bundesrats, der keine Feierlichkeiten zum Bruder-Klaus-Jubiläum organisiert. Der Bund begründete dies mit der Tradition, historische Erinnerungsfeiern nur zurückhaltend durchzuführen.

Beat Hug, Projektleiter des Trägervereins «Mehr-Ranft», hält demgegenüber fest, dass der Verein von sich aus beschlossen habe, die Organisation einer solchen Feier an die Hand zu nehmen. Der Trägerverein bereite das nationale Gedenkjahr schon seit 2013 vor. Seine Trägerschaften – staatliche und kirchliche Organisationen Obwaldens sowie die Bruder-Klausen-Stiftung – «wollten für die Verbreitung des Lebens und Wirkens von Niklaus von Flüe die Hauptverantwortung tragen», sagt Hug gegenüber kath.ch.

Praxis des Bundes nachvollziehbar

Die zurückhaltende Praxis des Bundes sei für den Trägerverein nachvollziehbar. «Es war anzunehmen, dass der Bundesrat keine eigene Feier initiieren würde». Der Bund unterstütze den Verein aber finanziell und indem Bundespräsidentin Doris Leuthard als Rednerin für den Staatsakt vom 30. April auf dem Landenberg in Sarnen als Vertretung des Bundesrates zugesagt habe. Leuthard sei ausserdem im Patronatskomitee des Trägervereins.

Der Staatsakt sei eine «weltliche» und historische Feier, darum kämen keine kirchlichen Würdenträger zu Wort, erklärt Hug die Tatsache, dass Ortsbischof Vitus Huonder an diesem Anlass keine Rede halten wird. Huonder war, wie andere kirchliche Würdenträger auch, eingeladen, habe jedoch abgesagt.

«Nur als Zuhörenden»

Bistumssprecher Giuseppe Gracia nennt als Begründung für die Absage einerseits die Tatsache, dass Huonder zum Zeitpunkt der Einladung für diesen Tag bereits eine Firmung angenommen hatte, andererseits schwingt eine gewisse Kränkung mit: «Obwohl Bischof Vitus Huonder der Bischof des Bistums ist, in dessen Gebiet Bruder Klaus gewirkt hat, wurde er an keinen Anlass eingeladen, um zu den Feierlichkeiten einen eigenen Beitrag zu leisten. Man hat ihn auf dem Landenberg nur als Zuhörenden vorgesehen», so Gracia weiter.

Hug bestätigt gegenüber kath.ch, dass Huonder an keinen der Anlässe des Trägervereins als Redner oder Zelebrant eingeladen wurde. Für die kirchlichen Feiern anlässlich der Gedenktage vom 23. bis 25. September sei die Schweizer Bischofskonferenz als ganze eingeladen, Zelebranten seien seitens der katholischen Kirche Kardinal Kurt Koch und seitens der reformierten Kirche Gottfried Locher, Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds.

Höchster Vertreter der Schweizer Kirche

Als mögliche Begründung nennt er, dass Kardinal Kurt Koch der höchste Vertreter der Kirche aus der Schweiz sei, verweist aber für die inhaltliche Seite der Feierlichkeiten auf den Vize-Präsidenten des Trägervereins, Pfarrer Daniel Durrer.

«Das Gedenkjahr, so auch die Gedenkfeiertage, sind nationale Anlässe», sagt Durrer gegenüber kath.ch. «Darum sind die Bischofskonferenz und weitere kirchliche Vertreter dazu eingeladen.»

Zur Frage, warum Bischof Vitus Huonder als Ortsbischof keinen aktiven Dienst hat, äussert er sich nicht weiter.

Kein Antrag auf Annahme eingegangen

Bischof Huonder wird gemeinsam mit Alt-Bundesrat Christoph Blocher an einem Anlass des SVP-nahen Vereins «Die Schweiz mit Bruder Klaus» als Redner auftreten. Gerhard Pfister wiederum wird an einer Veranstaltung des CVP-nahen Vereins «Politischer Aschermittwoch im Entlebuch" über Bruder Klaus sprechen.

Dass diese Anlässe nicht in der Agenda des Trägervereins «Mehr-Ranft» aufgeführt sind, der auch Projekte anderer Trägerschaften publiziert, habe seinen Grund darin, dass kein Antrag auf Aufnahme in diese Liste eingegangen sei, sagt Hug gegenüber kath.ch.

 

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