Gerhard Pfister, CVP-Präsident und Zuger Nationalrat | © zVg
Schweiz
Gerhard Pfister, CVP-Präsident und Zuger Nationalrat | © zVg

Pfister: «Für den Bundesrat ist Schweizer Geschichte ein Vakuum»

Bern, 11.1.17 (kath.ch) Der Präsident der CVP Schweiz, Gerhard Pfister, wirft dem Bundesrat mangelndes Geschichtsbewusstsein vor. Anlass dafür ist der Verzicht der Landesregierung auf eigene Feierlichkeiten zum 600. Geburtstag des Schweizer Friedenspatrons Niklaus von Flüe (1417-1487).

«Für den Bundesrat ist Schweizer Geschichte ein Vakuum», schreibt Pfister in einer Kolumne, die am Freitag im Newsletter der CVP Schweiz in der Rubrik «In puncto…» erscheinen wird. «Unsere Landesregierung kann manchmal nicht, was sie können müsste: Wissen, unterscheiden, führen, wagen», so der Zuger Nationalrat in der Kolumne, die kath.ch vorliegt.

Die Landesregierung wisse nicht um die Rolle von Niklaus von Flüe für den nationalen Zusammenhalt und Frieden. Sie könne das Wichtige vom weniger Wichtigen nicht unterscheiden. Auch in der Führung habe sie versagt, weil sie nicht vorangehe in der Gestaltung von nationalen Erinnerungsjahren. Und was sie auch nicht könne: «Wagen, statt aus Angst vor Fehlern nichts zu tun.»

Vakuum wird gefüllt

Später übe «man» dann Kritik, wenn private Vereine oder Parteien mit Anlässen «nach ihrem konservativen oder progressiven Gusto» die Geschichte instrumentalisieren, schreibt Pfister weiter. Dies sei ihnen nicht zu verdenken. «Jedes Vakuum wird ausgefüllt, wenn man es zulässt.»

Pfister selber wird an einer Veranstaltung des CVP-nahen Vereins «Politischer Aschermittwoch im Entlebuch» auftreten, während im Kanton Obwalden der von SVP-Mitgliedern getragene Verein «Die Schweiz mit Bruder Klaus» Christoph Blocher engagiert hat. Beide Vereine kritisieren die Passivität des Bundesrates.

Dass der Bundesrat keine eigenen Feierlichkeiten zum Bruder Klaus-Jubiläum initiiert, wurde im Mai vergangenen Jahres bekannt. In einer Stellungnahme zu einer Interpellation des Freiburger CVP-Nationalrates Dominique de Buman hiess es, der Bundesrat habe mehrfach erklärt, dass er Erinnerungsfeiern zu historischen Ereignissen «nur zurückhaltend» durchführen will. An dieser Praxis wolle er festhalten, schrieb die Landesregierung damals.

Offenkundiger Unwille der Verwaltung

Die Antwort des Bundesrates auf den Vorstoss des Freiburger Nationalrates, den dieser am 15. März 2016 eingereicht hatte, sei «so schnell, knapp und ablehnend» erfolgt, dass «einem der Unwille der Verwaltung aus jedem Satz ins Auge springt, dass man sie mit so einer offensichtlich abwegigen Idee zu belästigen gewagt hat», findet der CVP-Präsident. Pfister lobt in seiner Kolumne dafür das Organisationskomitee im Kanton Obwalden, das die Gestaltung des Gedenkjahres selbst übernommen habe, ohne auf den Bund zu warten. (bal)

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