Vatikan bestätigt Verfügungen gegen Kardinal Cipriani
Einst war der konservative Kardinal Cipriani einer der mächtigsten Kirchenmänner in Peru. 2019 verschwand er weitgehend von der Bildfläche. Grund war eine Verwarnung aus Rom, wie jetzt der Vatikan bestätigte.
Der Vatikan hat Medienberichte bestätigt, wonach der peruanische Kardinal Luis Cipriani Thorne aufgrund einer Anordnung aus Rom sein Heimatland verlassen musste. Der Direktor des vatikanischen Presseamtes, Matteo Bruni, bestätigte dies laut dem Portal Vatican News. Das Aufenthaltsverbot sei immer noch in Kraft, auch wenn es in einigen Fällen aus familiären oder altersbedingten Gründen ausgesetzt worden sei, so Bruni.
Zeitung berichtet über Missbrauchs-Anschuldigung
Auf die Gründe der Massregelung ging Bruni nicht ein. Die spanische Zeitung «El Pais» hatte zuvor über eine Missbrauchs-Anschuldigung gegen den Kardinal berichtet, der der katholischen Organisation Opus Dei angehört. Der Fall soll sich laut der Zeitung 1983 ereignet haben. Nachdem der Heilige Stuhl 2018 über die Anschuldigung informiert worden sei, habe der Vatikan den Kardinal nach seinem altersbedingten Rücktritt 2019 mit Sanktionen belegt, darunter die Verpflichtung für Cipriani, sein Heimatland Peru zu verlassen.
Bruni bestätigt nun, dass dem Kardinal nach der Annahme seines Rücktritts als Erzbischof von Lima «eine Strafvorschrift mit einer Reihe von Disziplinarmassnahmen in Bezug auf seine öffentliche Tätigkeit, seinen Wohnsitz und die Verwendung von Insignien auferlegt» worden sei. Die betreffende Massnahme sei von Cipriani «unterzeichnet und akzeptiert» worden.
Cipriani sieht sich zu Unrecht beschuldigt
Der 81-jährige Cipriani, der jetzt in Madrid lebt, bezeichnete die Vorwürfe in einer Erklärung als falsch. «Ich habe weder ein Verbrechen begangen, noch habe ich 1983 irgendjemanden sexuell missbraucht, weder vorher noch nachher», heisst es in seinem am Sonntag veröffentlichten Text.
Es habe zwar 2018 eine Anzeige gegen ihn gegeben. Doch danach sei er 2019 ohne kirchenrechtliches Verfahren vom Nuntius in Peru darüber informiert worden, dass die Glaubenskongregation eine Reihe von Sanktionen gegen ihn verhängt habe. Dazu gehörten die Einschränkung des priesterlichen Dienstes, ein ständiger Wohnsitz ausserhalb des Landes und Schweigen.
Cipriani bezeichnete die Tatsache, dass nun Informationen in den Medien veröffentlicht wurden, «die aus vertraulichen Unterlagen zu stammen scheinen», als «schwerwiegend». Er bekräftigt seine «totale Ablehnung und Abscheu gegenüber dem sexuellen Missbrauch von Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen». (cic)
Hier geht es zur › Bestellung einzelner Beiträge von kath.ch.




