Untersuchung gegen Professor an Theologischer Hochschule Chur

Der Bischof von Chur, Joseph Maria Bonnemain, hat gewisse Hinweise über mutmassliches berufliches Fehlverhalten eines Professors erhalten. Er beauftragte eine Rechtsanwältin, diesen nachzugehen. Der Professor wurde in der Zwischenzeit freigestellt.

Regula Pfeifer

Die Theologische Hochschule Chur und das Bistum Chur bestätigen eine Nachricht, die der «Sonntagsblick» (18. Oktober) verbreitet hat. Bischof Joseph Maria Bonnemain hat eine externe, unabhängige Untersuchung gegen einen Professor der Hochschule in Auftrag gegeben. Diese wird durch die Zürcher Rechtsanwältin Carol Gruenberg umgesetzt, wie Bistumssprecherin Nicole Büchel auf Anfrage bestätigt.

Datenschutz und Persönlichkeitsrechte

Büchel und die Hochschulrektorin Eva Maria Faber geben den Namen und die bisherige Funktion des betreffenden Professors auf Nachfrage von kath.ch nicht preis. Darauf «dürfen wir aufgrund des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Person nicht antworten», schreibt Büchel.

Zu den Vorwürfen gegen den betreffenden Professor sagen Faber und Büchel nur so viel: «Es handelt sich um Hinweise im Zusammenhang mit dem beruflichen Verhalten.» Laut dem «Sonntagsblick», der sich nach eigenen Angaben im Hochschulumfeld umgehört hat, soll es um mutmassliches Mobbing sowie Machtmissbrauch gehen.

Eva-Maria Faber, Rektorin der Theologischen Hochschule Chur
Eva-Maria Faber, Rektorin der Theologischen Hochschule Chur

Der betreffende Professor wurde freigestellt. «Um eine ungestörte Untersuchung möglich zu machen, wurde der Professor vorsorglich von seinen Aufgaben entbunden», schreibt die Rektorin dazu. Aus demselben Grund nehme die Hochschule auch zu den erhobenen Vorwürfen keine Stellung.

Lehrveranstaltungen fallen aus

Die Situation wirkt sich teilweise auf den Hochschulbetrieb aus. «Im laufenden Semester fallen die Lehrveranstaltungen des Professors aus», schreibt die Rektorin. Sie betont aber: «Der reibungslose Studienverlauf der Studierenden wird gewährleistet.»

Wie lange die Untersuchung andauern wird, ist unklar. «Einen Zeitplan gibt es nicht», so die Bistumssprecherin. «Die unabhängige Untersuchung soll die Zeit beanspruchen können, die sie benötigt.» Einen Wunschtermin gibt das Bistum aber bekannt: «Wir hoffen, dass dies bis Ende Jahr der Fall sein wird.»

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20. Oktober 2026 | 17:00
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