Eva-Maria Faber.
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Eva-Maria Faber: Wer die Weihe von Frauen ausschliesst, soll alternative Wege aufzeigen

«Die Situation ist komplexer, als dass sie mit einfachen Forderungen (und deren Erfüllung) zu bewältigen wäre. Komplex sind die Perspektiven von verschiedenen Personen und Richtungen: von der Zufriedenheit mit dem Status quo über die lehramtliche Position, dass die Ordination an das männliche Geschlecht gebunden ist, über die Forderung nach Öffnung der Zulassungsbedingungen zum Postulat alternativer Formen sakramentaler Sendung oder der Kritik an der Amtsstruktur als solcher.

Eine Fixierung auf die Veränderung der Zulassungsbedingungen beendet Diskussionen zu früh. Wenn kirchenamtliche Positionen eine solche Veränderung ausschliessen, stehen sie in der Pflicht, alternative Wege der adäquaten Integration von Frauen in Entscheidungszusammenhänge aufzuzeigen. Dies ist durchaus vordringlich, damit nicht weiterhin männliche Amtsträger über entsprechende Fragen allein entscheiden.

Verschiedene Umgangsweisen mit der komplexen Situation stehen nebeneinander – und es braucht Respekt für die vielen Wege zwischen visionärer Ungeduld und nüchterner Geduld, zwischen dem aus- oder auftretenden Protest und der Entscheidung, Engagements im Rahmen der gegebenen Strukturen verantwortlich zu leben.»

Die Churer Dogmatikerin Eva-Maria Faber hat am Samstag auf dem Kantonalen Kirchentag in Glarus einen Vortrag zum Thema «Kirche und die Frauen» gehalten. Sie ist Professorin für systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Chur und Konsultorin des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. (rr)


Eva-Maria Faber. | © Christian Merz
5. Juni 2022 | 12:23
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