Energiesparmassnahme in einer Kirche
Schweiz

Umfrage bei Pfarreien und Kirchgemeinden: Wie hoch ist der Energieverbrauch?

Der ökumenische Verein Oeku Kirchen für die Umwelt startet eine Umfrage zum Thema Energie und Umwelt in Kirchgemeinden und Pfarreien. Er bittet Behördenmitglieder und Kirchenmitarbeitende, sich dafür rund 15 Minuten Zeit zu nehmen. Die Umfrage geschieht in Zusammenarbeit mit der Bundesstelle Energie Schweiz.

Regula Pfeifer

Der Verein Oeku Kirchen für die Umwelt (oeku) möchte mit einer Umfrage herausfinden, wie und ob sich Kirchgemeinden respektive die Pfarreien in der Deutschschweiz und in der Westschweiz im Bereich Energie und Umwelt engagieren. Das schreibt Oeku in einer Mitteilung.

Aktion mit Energie Schweiz

Die Umfrage wird von Landeskirchen unterstützt – und auch von Energie Schweiz. Energie Schweiz ist das Programm des Bundesrates zur Unterstützung der freiwilligen Massnahmen, mit denen die Energieeffizienz gesteigert und die erneuerbaren Energien gefördert werden sollen.

Die aktuelle Umfrage ist zweiteilig. Im ersten Teil werden Fragen zum Gebäudeunterhalt sowie Energie- und Wärmeverbrauch gestellt. Im zweiten Teil ist das Kirchgemeindeleben Thema. Die Umfrage richtet sich an Behördenmitglieder – etwa an die Präsidien der Kirchgemeinden und die Liegenschaftsverantwortlichen, so die Mitteilung. Diese seien gebeten, beide Teile der Umfrage auszufüllen.

Hauswart Claude Allenspach justiert die Heiztemperatur in den Büros der St. Galler Stiftsgebäude, 2022
Hauswart Claude Allenspach justiert die Heiztemperatur in den Büros der St. Galler Stiftsgebäude, 2022

Die kirchlichen Mitarbeitenden hingegen sollten nur den zweiten Teil der Umfrage ausfüllen. Angesprochen sind hier etwa Pfarrpersonen, Gemeindeleitende, diakonische oder katechetische Mitarbeitende. Die Umfrage kann von mehreren Mitarbeitenden der Kirchgemeinde respektive der Pfarrei ausgefüllt werden, heisst es weiter. Wenn eine Person mehrere Kirchgemeinden oder Pfarreien vertritt, soll sie den Fragebogen für jede von ihnen separat ausfüllen.

Fragen nach Heizart und Energieverbrauch

Gefragt wird etwa, wem die kirchlichen Gebäude gehören und wie sie genutzt werden. Auch die Heizart, der Strom- und Wärmeverbrauch und allfällige Sparmassnahmen sollen angegeben werden. Dies «um Aussagen zum Energiesparpotenzial der Kirchgemeinden und Pfarreien machen zu können», heisst es mitten in der Umfrage.

Ausserdem wird in der Umfrage nach zu bereits getätigten und geplanten baulichen Massnahmen gefragt. Und zwar zu solchen, die «die nationale Energiestrategie des Bundes unterstützen und so dazu beitragen, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, das Klimaschutzgesetz und gegebenenfalls kantonale Energiegesetze einzuhalten». Wie Oeku versichert, werden alle Angaben «selbstverständlich anonym ausgewertet». 

Veränderte Energiegesetze in Kantonen

Anlass für die Umfrage sind veränderte Energiegesetze in verschiedenen Kantonen, wie Olivier Ottet von Oeku auf Anfrage schreibt. «Gewisse kantonale Energiegesetze verbieten in den nächsten Jahren in kirchlichen Gebäuden elektrische Widerstandsheizungen. Auch fossile Heizträger sind fortan nicht mehr einfach zu ersetzen oder werden ganz verboten.» Ein Verbot gilt etwa im Kanton Bern, fügt Ottet an. Mit der schweizweiten Umfrage will Oeku – mit Unterstützung des Bundesamts für Energie (BFE) – die Situation landesweit erfassen.

Die Resultate der Umfrage sind laut Ottet für verschiedenste Player von Nutzen. Der Oeku selbst dienen sie, «ihr Angebot zu optimieren und an die Bedürfnisse der Kirchgemeinden anzupassen». Die Landeskirchen und Kantone wiederum erhalten damit eine Basis, «um Sensibilisierungs- und Optimierungskampagnen für Kirchgemeinden anzupassen».

Ziel der Aktion ist laut Ottet im Allgemeinen «eine Senkung des Energieverbrauchs der Kirchen und Kirchgemeinden und dadurch weniger Treibhausgasemissionen und finanzielle Einsparungen». Und Oeku erhofft sich davon, «dass sich noch mehr Landeskirchen, Pfarreien und Kirchgemeinden für die Bewahrung und die Feier der Schöpfung engagieren».

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Zwei Institutionen

Oeku setzt sich seit 40 Jahren für Nachhaltigkeit und umweltbewusstes Handeln in Kirchgemeinden, Pfarreien und kirchlichen Institutionen in der Schweiz ein. Der Verein begleitet und zertifiziert etwa jene Institutionen, welche Vorgaben für Nachhaltigkeit erfüllen wollen. Diese können beispielsweise den «Grünen Güggel» erlangen, was schon einige erreicht haben.

Die Geschäftsstelle von Energie Schweiz ist im Bundesamt für Energie in der Abteilung Energieeffizienz und Erneuerbare Energien (AEE) angesiedelt, wie auf der Webseite nachzulesen ist. Das Bundesamt ist Teil des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek).

Link zur Umfrage: https://forms.gle/4AaF7Ki8ZPMPDQWD9


Energiesparmassnahme in einer Kirche | © Raphael Rauch
9. April 2026 | 12:00
Lesezeit : ca. 3  Min.
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