«Christ:innen für Klimaschutz» appellieren an Weltklimakonferenz
Heute beginnt die Weltklimakonferenz in Belém (Brasilien). Die internationale Gemeinschaft der Kirchen fordert entschlossenes Handeln für Klimagerechtigkeit. Auch die Schweizer «Christ:innen für Klimaschutz» erheben ihre Stimme – und sind vor Ort in Brasilien bei der COP30.
Jacqueline Straub
Die Koalition «Christ:innen für Klimaschutz» ruft alle kirchlichen Gremien, Menschen in Leitungs- und Entscheidungsfunktionen sowie Christinnen und Christen in der ganzen Schweiz dazu auf, sich aktiv für den Schutz der Schöpfung einzusetzen, heisst es in einer Mitteilung der Koalition.
Sie fordern dazu auf, die Entwicklungen und Beschlüsse der Weltklimakonferenz «aufmerksam» zu verfolgen. Zudem sollen die Themen Klimagerechtigkeit und Schöpfungsverantwortung in die Pfarreien, Kirchgemeinden, Gemeinschaften und Gruppierungen eingebracht werden. Und: «Setzen Sie Zeichen des Engagements – im Gebet, in der Bildung, im öffentlichen Wort und im konkreten Handeln», wird Milena Hartmann, Leiterin der Fachstelle Oeku Kirchen für die Umwelt in der Mitteilung zitiert.
Bei der 30. UNO-Klimakonferenz geht es thematisch um die Umsetzung und Verschärfung der nationalen Klimaziele, um verbindliche Finanzierungszusagen für den globalen Süden sowie um den weltweiten Ausstieg aus fossilen Energien. «Also darum, wie die internationale Gemeinschaft das Pariser Klimaabkommen endlich wirksam in die Tat umsetzt», heisst es in der Mitteilung.
Die anglikanische Erzbischöfin der Gastgeberstadt Belém, Marinez Bassotto, forderte vor wenigen Tagen bei einer Online-Pressekonferenz, dass bei der Weltklimakonferenz die Staaten konkrete Schritte vereinbaren müssten. Schon im Juli 2025 gab es einen Appell von Bischöfen aus dem globalen Süden. Sie wandten sich an die internationale Gemeinschaft und forderten Klimagerechtigkeit und eine grundlegende ökologische Umkehr. «Die Kirche wird nicht schweigen», heisst es in der vom Vatikan verbreiteten Botschaft der kontinentalen katholischen Bischofskonferenzen Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und der Karibik.c
Und auch die christlichen Stimmen in der Schweiz schweigen nicht. Im Vorfeld der Weltklimakonferenz ruft die Koalition «Christ:innen für Klimaschutz» zu Klimagerechtigkeit, ökologischer Umkehr und einer solidarischen Welt auf. Sie appellieren an Kirchen, Pfarreien, Kirchgemeinden und Entscheidungsträger, sich in der Schweiz gemeinsam für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.
Als Hilfestellung für Gottesdienste rund um das Thema Schöpfung und Klima nennt die Koalition Gebete aus der 2015 erschienenen Enzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus.
Die Koalition setzt sich für eine Klimapolitik ein, die auf sozial und wirtschaftlich verantwortbarem Weg zur Erreichung der Klimaziele sowie zur Bewahrung der Schöpfung beiträgt, so die Mitteilung weiter. Dazu gehören aktuell die Finanzplatz-Initiative und die Konzerninitiative.
Die Koalition möchte, dass «gemeinsam Verantwortung» übernommen wird. Deswegen nimmt die Fastenaktion, die Gründungsmitglied von «Christ:innen für Klimaschutz» ist, an der 30. Weltklimakonferenz teil. Das Hilfswerk engagiert sich gemeinsam mit Partnerorganisationen, der Zivilgesellschaft und den Kirchen dafür, dass die Regierungen eine ambitionierte und gerechte Klimapolitik mit einem klaren Umsetzungsplan verfolgen, heisst es in der Mitteilung.
Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wird die Fastenaktion in Form von Wissen und Synergien in die Koalition «Christ:innen für Klimaschutz» zurückfliessen lassen.
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