Thomas Reschke: «Oft erwarten sie, dass ich wahnsinnig lieb bin»
Er ist seit 25 Jahren Seelsorger an der Hochschule St. Gallen. Im Podcast «Laut + Leis» spricht Thomas Reschke von den gestiegenen Anforderungen an die Studierenden und von den Sorgen, mit denen sie zu ihm kommen.
«Es gibt Studierende, die zu mir kommen und zum Beispiel über ihre Prüfungsängste sprechen. Dann kann man an diesen Prüfungsängsten arbeiten. Man kann sagen, okay, also was kannst du vielleicht machen? Du kannst zum Beispiel Atemübungen machen. Es gibt gewisse Atemübungen, um zur Ruhe zu kommen.
Man kann auch ermutigen und sagen, du kannst das. Man selbst ist ja immer der grösste Kritiker von sich selber und denkt, ich kann das nicht. Und wenn ich sage, du kannst das, sind sie ein wenig irritiert. Denn oft kommen sie zu mir und erwarten, dass ich ganz viel Verständnis habe und wahnsinnig lieb bin.
Stattdessen gebe ich oft so eine Art Tritt in den Hintern und sage, du machst das jetzt. Nachher sind sie mega dankbar, dass ich so hart war mit ihnen und sie die Prüfungen geschafft. Manchmal braucht es auch Strenge.»
Das sagt Thomas Reschke im Podcast «Laut + Leis». Er ist katholischer Seelsorger und Lehrbeauftragter für Theologie an der Hochschule St. Gallen. Ende Jahr geht er in Frühpension. (sl)
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