Taizé-like: Wie 2023 im Grossmünster Zürich soll es an Pfingsten auch in der Stadtkirche Baden leuchten.
Schweiz

Taizé-Feier in Baden: Den Pfingstgeist in der Kerzenflamme erleben

An Pfingsten soll in Baden Taizé-Feeling aufkommen. Brüder der Taizé-Gemeinschaft im Burgund reisen dafür extra an. «Ein Tag wie in Taizé» setzt ein Zeichen für Frieden und Hoffnung – und bietet jungen Menschen Spiritualität und Begegnungen in kleinerem Rahmen. Auch Priorin Irene Gassmann und Abt Urban Federer wirken mit.

Regula Pfeifer

«Ich freue mich vor allem auf die Stimmung», sagt Cécile Morgenthaler gegenüber kath.ch. «Denn ein Taizé-Treffen verleiht einer Stadt jeweils ein neues Flair.» Morgenthaler ist eine junge Katholikin und bei Taizé Zürich engagiert. Denn sie ist begeistert von der Taizé-Gemeinschaft und deren internationalen Jugendtreffen. Morgenthaler hofft am Anlass in Baden Freunde wiederzusehen, die sie an anderen Taizé-Anlässen kennengelernt hat. «Zusammen mit ihnen zu beten und wieder gemeinsam Frieden lebendig zu machen, ist sicher etwas ganz Tolles.»

«Mir war es persönlich wichtig, die jungen Erwachsenen im OK zu vertreten.»

Nun wirkt sie im Organisationskomitee (OK) für «ein Tag wie in Taizé» in Baden mit. Angefragt worden ist sie von der katholischen Fachstellenleiterin Jugendseelsorge Zürich. Sie habe sich von der Idee gleich angesprochen gefühlt, sagt Morgenthaler. «Da das Treffen auf junge Menschen ausgerichtet ist, war es mir persönlich wichtig, die jungen Erwachsenen im OK zu vertreten.» Ausserdem habe sie aufgrund ihrer Erfahrungen einige Ideen ins Programm einbringen können.

Cécile Morgenthaler war am Taizé-Jugendtreffen in Paris als Fotografin unterwegs.
Cécile Morgenthaler war am Taizé-Jugendtreffen in Paris als Fotografin unterwegs.

«Ein Tag wie in Taizé» ist Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten «1526-2026 – 500 Jahre Disputation zu Baden». Beim 500-Jahr-Jubiläum der Disputation in Baden gehe es um den damals nicht einfachen Dialog zwischen den Konfessionen, sagt Claudio Tomassini, Pfarreileiter von Baden und Ennetbaden sowie Leiter des OK des Badener Taizé-Anlasses.

Und damals habe man mittels Dialog wieder den Frieden gefunden, fügt Morgenthaler an. «Taizé ist ein Ort des Friedens, der Gemeinschaft, die die Ökumene sehr grossschreibt.» Der Wille zum Dialog und zum Frieden sei beiden gemeinsam.

Taizé-Brüder reisen an

Der Anlass an Pfingsten steht im Zeichen von «Hoffnung und Frieden», wie es in einer Mitteilung heisst. Mindestens zwei Brüder der Taizé-Gemeinschaft werden anwesend sein. Sicher dabei sind Bruder Raymon, der für die Schweiz zuständig ist, sowie Bruder Francis, der ehemalige Schweiz-Verantwortliche.

Frère Matthew, Prior von Taizé.
Frère Matthew, Prior von Taizé.

«Vielleicht werden einige mehr kommen», fügt Tomassini hinzu. Offiziell eingeladen sei auch der Prior von Taizé, Frère Matthew, sagt Tomassini. Doch dieser entscheide erst «in letzter Minute» über seine Teilnahme. Die Taizé-Brüder leiten am Pfingstsonntag und Pfingstmontag Bibeleinführungen und gemeinsame Taizé-Gesänge.

Priorin Irene und Abt Urban aktiv

Auch Priorin Irene Gassmann vom Kloster Fahr und Abt Urban Federer vom Kloster Einsiedeln bieten Workshops an – zum Thema Frieden. Gassmann sei von Taizé begeistert, weiss Tomassini. Sie habe die Gemeinschaft besucht und leite regelmässig Taizé-Gebete in ihrem Kloster. «Und sie hat bereits erklärt, dass im Kloster Fahr Gäste wohnen können.» Das Kloster liegt zwischen Zürich und Baden – in einer Aargauer Exklave. Gassmann hat offenbar Abt Urban Federer als weiteren Workshopleiter vorgeschlagen.

Priorin Irene Gassmann
Priorin Irene Gassmann

Der Sonntagabend verspricht eine Nacht der Lichter. «Das ist eine sehr schöne Tradition in Taizé», sagt Morgenthaler. «Taizé lebt von den Gesängen, von der Stille und vom Gebet – deshalb sind die Feiern so wichtig und ein Teil des Treffens in Baden», sagt Tomassini. Er erinnert daran, dass an Pfingsten der Pfingstgeist «im starken Bild des Feuers» vom Himmel herabgekommen sei. Dieses Feuer habe sich verteilt über alle Menschen und Konfessionen. «Jeder und jede hat einen Funken des Pfingstgeistes», sagt Tomassini. «Das kommt dann wunderbar in der Lichterfeier zum Ausdruck, wenn alle Mitfeiernden in der Stadtkirche Baden eine leuchtende Kerze in der Hand halten und damit eine kleine Flamme des Pfingstgeistes.»

Etwas tun gegen Ohnmacht

Ziel des Taizé-Anlasses in Baden ist es, Hoffnung und Frieden in der Gemeinschaft erlebbar zu machen. «Das gibt Kraft und die Erfahrung, dass man in der heutigen Welt nicht einfach allein dasteht», sagt Tomassini. Das sei gerade für junge Menschen wichtig, «die sich ohnmächtig fühlen bei so viel Krieg und Gewalt».

«Wir können an Pfingsten in Baden nicht den grossen Weltfrieden machen – auch wenn wir wollten und sogar darum beten», relativiert der Seelsorger. «Aber wir können im Kleinen darüber ins Gespräch kommen, was in unserem Alltag und im eigenen Leben uns Hoffnung und Frieden schenkt.» So werde der Pfingstgeist lebendig – «als viele kleine Flammen».

Einladung an junge Erwachsene und Jugendliche

«Ein Tag wie in Taizé» dauert von Sonntagmittag bis Montagmittag. Eingeladen sind junge Erwachsene von 18 bis 35 Jahren und Jugendliche in kleineren Gruppen mit einer erwachsenen Begleitperson. Sie können für wenig Geld (10 Franken) am spirituellen Erlebnis teilnehmen – und auf Wunsch in einer Gastfamilie, einer Turnhalle oder einer Kirchgemeinde übernachten. Auch junggebliebene Ältere dürfen sich laut Mitteilung anmelden.

Im OK für «ein Tag wie in Taizé» wirken neben Tomassini und Morgenthaler eine weitere Taizé-Freiwillige mit, ausserdem vier Personen aus der katholischen und reformierten Jugendseelsorge, eine Vertreterin des OK Disput(n)ation sowie ein erfahrener Taizé-Organisator. Auch Tomassini ist gleichzeitig im OK Disput(n)ation aktiv.

Anmeldung über diesen Link.

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Taizé-like: Wie 2023 im Grossmünster Zürich soll es an Pfingsten auch in der Stadtkirche Baden leuchten. | © Sabine Zgraggen
18. April 2026 | 17:00
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