Papst Franziskus feiert die Eucharistie an seinem Geburtstag | © Screenshoot CVT
Schweiz
Papst Franziskus feiert die Eucharistie an seinem Geburtstag | © Screenshoot CVT

Hoher Donnerstag oder Gründonnerstag

Zürich, 13.4.17 (kath.ch) Am Hohen Donnerstag, auch Gründonnerstag genannt, feiern Christen das Gedenken an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern gefeiert hat.

Am Donnerstag vor dem Karfreitag, dem Todestag Jesu, erinnert die Kirche an das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Der Begriff «Gründonnerstag» stammt vom althochdeutschen Wort «grunen» oder «greinen» für «weinen»: Gründonnerstag als Tag der «Greinenden», der Weinenden, der Büsser. Trauer über das Leiden Jesu wird auch dadurch symbolisiert, dass im Gottesdienst am Hohen Donnerstag ab dem Gloria-Gesang Orgeltöne und Glockengeläut bis zur Osternacht verstummen.

Eucharistie im Mittelpunkt

Der Tag wird aber nicht nur als grün, sondern auch als hoch bezeichnet, was mit dem Geheimnis der Eucharistie zu tun hat, das an diesem Tag im Mittelpunkt steht. Der Hohe Donnerstag ist darum auch verwandt mit dem Fronleichnamsfest, das in der römisch-katholischen Kirche ebenfalls an einem Donnerstag gefeiert wird.

Im Abschiedsmahl mit den Jüngern nimmt Jesus seine Hingabe am Kreuz zeichenhaft vorweg. In den Gestalten von Brot und Wein schenkt er ihnen sein Leben. Und er beauftragt sie, nach seinem Tod dieses Mahl als Gedächtnis zu feiern. Dabei knüpft er an das jüdische Paschamahl an, das den Exodus einleitete, den Auszug und die Befreiung des jüdischen Volkes aus der Sklaverei in Ägypten. Jesus versteht seinen Tod als neuen, endgültigen Exodus, als Durchgang und Befreiung zum Leben.

Fusswaschung – ein Sklavendienst

Das Johannesevangelium berichtet ausserdem davon, dass Jesus beim letzten Mahl den Jüngern die Füsse gewaschen hat. Diesen Dienst taten üblicherweise nur die Sklaven. Jesus macht ihn zum Zeichen einer Liebe, die sich im selbstlosen Dienst am Nächsten bewähren soll.

Am Hohen Donnerstag läuten beim Gloria der Abendmahlsmesse die Glocken, dann schweigen sie bis zur Osternacht. Am Schluss der Feier wird das eucharistische Brot für die Kommunion am Karfreitag zu einem Tabernakel ausserhalb des Altarraums getragen. Mancherorts wird vor dem Allerheiligsten eine nächtliche Anbetung gehalten. Die erinnert an den Auftrag Jesu an seine Jünger während der Nacht auf dem Ölberg: «Wachet und betet.» (kna/Liturgisches Institut)

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