Dreikönigskuchen | © Sylvia Stam
Schweiz
Dreikönigskuchen | © Sylvia Stam

Stichwort: Fest der Heiligen Drei Könige

Zürich, 6.1.18 (kath.ch) Am Dreikönigstag, dem 6. Januar, feiert die Kirche das Fest der Erscheinung des Herrn (griechisch: Epiphanie). In der Volksfrömmigkeit des Mittelalters traten die «Heiligen Drei Könige» jedoch derart in den Vordergrund, dass Epiphanie heute im deutschen Sprachraum fast nur noch «Dreikönigsfest» genannt wird.

Mit dem Fest Epiphanie feiern Christen ihren Glauben, dass in dem Menschen Jesus Gott selbst der Menschheit als der wahre Erlöser erschienen ist. An diesem Tag wird im Gottesdienst aus dem Markusevangelium  vorgelesen. Darin heisst es, Magier aus dem Osten – wahrscheinlich weise Männer, die mit der Astronomie besonders vertraut waren – hätten aufgrund einer bestimmten Sternkonstellation die Geburt eines Königs erwartet. Sie entschlossen sich, ihm zu huldigen, und kamen auf ihrer Reise, orientiert an dem Stern, über Jerusalem nach Betlehem, wo sie das Kind in der Krippe fanden. Ihm schenkten sie Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Von drei Geschenken zu drei Königen

Es ist also in der Bibel weder von Königen noch von der Zahl drei die Rede. Aus der Dreizahl der Geschenke wurde in der Tradition auf drei Magier beziehungsweise drei Könige geschlossen, für die auch noch Namen gefunden wurden: Kaspar, Melchior und Balthasar. In der Kunst versinnbildlichen die drei Könige oft die drei Lebensalter: Jugend, Erwachsenenalter und Greisenalter. Kaspar wird als dunkelhäutig dargestellt.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts erhielt im deutschsprachigen Raum der Brauch der «Sternsinger» neuen Aufschwung: Kinder und Jugendliche ziehen jeweils in der Weihnachtszeit, vor allem rund um das Dreikönigsfest, als Heilige Drei Könige verkleidet von Tür zu Tür und segnen die Häuser. Sie schreiben oder kleben die traditionelle Segensbitte «C+M+B» mit der jeweiligen Jahreszahl über die Eingangstüren.

Sternsinger überbringen Segensspruch

Die drei Buchstaben stehen für «Christus mansionem benedicat» – «Christus segne dieses Haus», und werden von der neuen Jahreszahl eingefasst. Die Kinder singen Lieder und sammeln Geld für karitative Projekte, die in der Regel Kindern zugute kommen. Dabei kommen jährlich rund 1,5 Millionen Franken zusammen. Die Sternsingeraktion wird in der Schweiz seit 1989 vom katholischen Hilfswerk «Missio» koordiniert.

Grosser Beliebtheit erfreut sich auch der Dreikönigskuchen: Süsser Hefeteig wird zu Kugeln geformt, die blütenförmig angeordnet werden. In einer der Kugeln befindet sich eine kleine Königsfigur aus Plastik. Wer diese Kugel erwischt, ist für einen Tag lang König.

Der 6. Januar ist im Kanton Tessin und in einzelnen Gemeinden des Kantons Graubünden ein gesetzlich anerkannter Feiertag, in den Kantonen Uri und Schwyz gilt er als öffentlicher Ruhetag. (sys)


Schweizer Sternsinger von Petersdom und Schweizergarde beeindruckt

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