Sicherungsmassnahmen der Westschweizer Kirchen gegen reformierten Theologen
Die Konferenz der protestantischen Kirchen der Romandie (CER) hat jüngst empfohlen, jegliche Zusammenarbeit mit dem Theologen Daniel Marguerat, der des sexuellen Missbrauchs verdächtigt wird, auszusetzen.
Maurice Page (cath.ch)
Es handelt sich um vorläufige Massnahmen bis zum Abschluss der strafrechtlichen Ermittlungen, die von der Staatsanwaltschaft des Kantons Waadt wegen mutmasslicher Missbrauchsfälle aus den 1990er-Jahren eingeleitet wurden.
Zwei Frauen haben mutmassliche sexuelle Übergriffe des emeritierten Professors der Universität Lausanne gemeldet. Sie sollen sich in den 1990er-Jahren ereignet haben, als die Frauen Studentinnen dieses Professors waren. Der Theologe bestreitet diese Vorwürfe entschieden. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Angesichts der medialen Berichterstattung und gemäss RTS-Recherchen über den Fall und der Bekanntheit des Theologen in der Westschweiz und darüber hinaus haben die reformierten Kirchen der Westschweiz beschlossen, zu handeln. Um die betroffenen Personen, die Gemeinschaft und das Vertrauen in die geistlichen Ämter zu schützen, wurde ein Entwurf für vorläufige Massnahmen verabschiedet, wie Yves Bourquin, Vizepräsident der reformierten Kirchen der Westschweiz, mitteilte.
Keine öffentlichen Kooperationen mehr
Konkret fordern die Delegierten der reformierten Kirchen, keine öffentlichen oder institutionellen Kooperationen mit Daniel Marguerat mehr anzustreben oder fortzusetzen. Sie wünschen zudem, dass er auf jegliche Tätigkeit im Zusammenhang mit seinem Status als Pfarrer oder Honorarprofessor verzichtet, und sehen einen Informationsaustausch zwischen den Kirchen zu diesem Fall vor. Diese Massnahmen werden als vorläufig dargestellt, bis die Ergebnisse der Waadtländer Untersuchung vorliegen. Der Synodalrat jeder der reformierten Kirchen der Romandie muss sie noch bestätigen.
«Lynchmord» und «Medienprozess»
Daniel Marguerat seinerseits prangert einen «Lynchmord» und einen «Medienprozess» an. Er verweist auf einen Vorfall, der sich vor etwa 30 Jahren ereignet habe und für den er sich, wie er sagt, entschuldigt habe, und ruft dazu auf, «nicht zu urteilen, ohne die Fakten zu kennen». Er versichert zudem «mit der Hand auf dem Herzen», niemals Zwang oder Gewalt – weder körperlicher noch sexueller Art – ausgeübt zu haben. (adaptiert von: woz)
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