Pater Angelo Treccani.
Schweiz

Schweizer Priester hilft mit 84 noch immer in Venezuela

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro macht der Katholischen Kirche im Land zunehmend das Leben schwer. Trotzdem ist Pater Angelo Treccani nach einem mehrwöchigen Heimaturlaub im Tessin in das von Krisen und Korruption gebeutelte Land zurückgekehrt.

Wir haben ihn kurz vor seiner Abreise in Gambarogno, wo er wohnte, getroffen. Er erzählt uns von einem Land, das zunehmend im Elend versinkt.

«80 Prozent der Familien haben nicht genug zu essen», sagte er kurz vor seiner Abreise zum Tessiner Portal catt.ch. «Wenn man bedenkt, dass die Menschen, als ich vor mehr als 40 Jahren hierher kam, gut lebten und es keine Armut gab: Venezuela ist ein Land, das reich an natürlichen Ressourcen ist, das Land ist fruchtbar, das Klima ist günstig.»

Mit der Zeit sei das Land jedoch immer tiefer in den Abgrund gerutscht, was vor allem auf die nachlässige Verwaltung durch die Regierung zurückzuführen sei, und das nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht. «Die Venezolaner sind im Allgemeinen ein gutes und hilfsbereites Volk, aber die Situation, in der sich das Land befindet, hat auch zu einem Werteverlust geführt: Die Korruption ist zum Beispiel überall präsent», so der Priester aus dem Tessin

Der Bauernhof in El Soccoro mit 200 Hektar Land, auf dem er zusammen mit den Familien der Arbeiter lebt und arbeitet, die Milch, Käse und Fleisch produzieren und Mais, Bohnen, Gemüse und Obst anbauen, ist eine Quelle der Hoffnung. «Wir bieten Arbeitsplätze, die den Menschen ein Leben in Würde ermöglichen, aber wir versuchen auch, eine Botschaft der sozialen Solidarität zu verbreiten», erzählt der Schweizer Priester.

«Mit den Produkten unseres Bauernhofs können wir unseren Lebensunterhalt sichern», stellt Pater Angelo fest. Er hat in Venezuela auf sehr konkrete Weise jene soziale Kreislaufwirtschaft ins Leben gerufen hat, die auch in der Enzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus angedeutet wird und in der der soziale Zusammenhalt und das Gemeinwohl einen wichtigen Platz einnehmen.

Dank der Unterstützung von Caritas Ticino wurde ein Projekt für Jugendliche ins Leben gerufen. «Wir geben den Jugendlichen die Möglichkeit, sich dem Land zu nähern: Durch die Zusammenarbeit mit uns haben sie die Möglichkeit, landwirtschaftliche Techniken zu erlernen, die die Natur respektieren, in der Hoffnung, dass sie später unabhängig werden können», erklärt Pater Angelo. Neben der Berufsausbildung werden sie auch in ihrer Persönlichkeitsentwicklung begleitet.

Mit der Zeit entstand neben vielen anderen Bedürfnissen auch die Notwendigkeit, die Schule zu unterstützen. «Auf dem Papier wird die Bildung vom Staat garantiert, aber in der Praxis ist das nicht der Fall», sagt Pater Angelol «Also haben wir ein Gebäude gekauft und renoviert, das als Grundschule genutzt wurde. Es beherbergt etwa 40 Schüler aus benachteiligten Verhältnissen, die von drei Lehrern betreut werden.

«Mit den Produkten unseres Bauernhofs können wir unseren Lebensunterhalt sichern», sagt Pater Angelo, der in Venezuela auf sehr konkrete Weise jene soziale Kreislaufwirtschaft ins Leben gerufen hat, die auch in der Enzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus angedeutet wird und in der der soziale Zusammenhalt und das Gemeinwohl einen wichtigen Platz einnehmen. (kath.ch/catt.ch)


Pater Angelo Treccani. | © catt.ch
15. Oktober 2024 | 12:00
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