SRF-Studio in Zürich | © SRF/Oscar Alessio
Schweiz
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Schweizer Bischöfe warnen vor Annahme der No-Billag-Initiative

Engelberg OW, 7.12.17 (kath.ch) Die Schweizer Bischöfe haben an ihrer Vollversammlung vom 4. bis 6. Dezember in Engelberg ihre Sorge um eine allfällige Annahme der No-Billag-Initiative ausgedrückt. Weiteres Thema war eine Aufstockung des Genugtuungsfonds für verjährte Fälle von sexuellen Übergriffen, heisst es in der Mitteilung vom 7. Dezember.

Die Schweizer Bischofkonferenz (SBK) ist besorgt über die möglichen Konsequenzen einer Annahme der No-Billag-Initiative. Diese möchte die Gebühren für die Schweizer Radio- und Fernsehgesellschaft SRG abschaffen.

Ein öffentlicher Diskurs verschiedener Meinungen – auch jener von Minderheiten – muss laut den Bischöfen möglich bleiben. Sie befürchten, «dass bei einer Annahme der Initiative die öffentliche Meinungsbildung noch stärker von ausländischen oder finanzstarken Medienhäusern abhängig wird», heisst es in der Mitteilung.

Risse nicht vergrössern

Vor allem in der französischen und italienischen Schweiz könnte dies zu einer Schwächung der schweizerischen Identität führen. Bei Annahme der Initiative sieht die SBK daher den nationalen Zusammenhalt in Gefahr, bestehende gesellschaftliche Risse könnten sich vergrössern. Die Initiative kommt am 4. März zur Abstimmung.

300’000 Franken für Genugtuungsfonds

Ende 2016 wurde ein Fonds errichtet, welcher Opfern von sexuellen Übergriffen, die verjährt sind, eine Entschädigung bezahlt. Die 500’000 Franken des Fonds, der von der SBK, der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz und von der Vereinigung der Höhern Ordensobern der Schweiz finanziert wird, werden bis Ende Jahr aufgebraucht sein, wie kath.ch bereits im November berichtete. Die SBK hat sich nun für eine Aufstockung um weitere 300’000 Franken entschieden, heisst es in der Mitteilung vom Donnerstag.

Benötigt werden laut Giorgio Prestele, Präsident des Fachgremiums «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld», weitere 200’000 Franken: Entsprechende Anträge lägen in den genannten Gremien vor, sagte Prestele im November an einer Tagung der diözesanen Fachgremien. Er geht davon aus, dass der Betrag bis Anfang 2018 zur Verfügung stehen wird, wie er im November sagte.

Schwere Fälle liegen Jahrzehnte zurück

An der Versammlung wurden ebenfalls die jüngsten Zahlen von sexuellen Übergriffen, die 2016 gemeldet wurden, bekannt gegeben. Es handelt sich um 24 Fälle. Die neu gemeldeten schweren Übergriffe würden Jahrzehnte zurückliegen, schreibt die SBK dazu. Nach der Bussfeier der Schweizer Bischöfe vom Dezember 2016 in Sitten hätten sich nach und nach weitere Opfer gemeldet. Diese würden jedoch erst in der Statistik von 2017 erfasst.

Einsiedeln als «Schrein Europas»

Einsiedeln zählt neu zu den wichtigsten Marienwallfahrtsorten Europas: Unter dem Namen «Shrines of Europe» (Schreine Europas) hatten sich bereits 1996 die Wallfahrtsorte Altötting (D), Fatima (P), Loreto (I), Lourdes (F), Mariazell (A) und Czestochowa (PL) zusammengeschlossen. Seit September 2017 gehört laut Mitteilung der SBK auch Einsiedeln dazu. Es handle sich dabei zwar um ein Netzwerk der touristischen Zusammenarbeit, dieses diene jedoch auch der Völkerverständigung.

Theologiestudentin vertritt Schweiz

Medea Sarbach, Theologiestudentin aus Freiburg, wird die Schweiz an der Jugendsynode vom 19. bis 24. März 2018 in Rom vertreten. Die Studentin, die sich in der Jubla und beim Weltjugendtag engagiert, wurde von der SBK dazu ernannt.

Die Schweizer Bischöfe haben ausserdem die deutsche Übersetzung ihrer Botschaft zum Papstschreiben «Amoris Laetita» genehmigt. Die französische Fassung war bereits im September publiziert worden. (sys)


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