Rom: Meisner eröffnet internationales Priestertreffen

Rom, 9.6.10 (Kipa) Mit einer Ansprache des Kölner Kardinals Joachim Meisner haben am Mittwoch, 9. Juni, in Rom die Feierlichkeiten zum Abschluss des internationalen Priesterjahres begonnen. In der Basilika Sankt Paul vor den Mauern ging Meisner vor einigen Tausend Priestern auch auf die Missbrauchsfälle in der Kirche ein. «Wir sind hinabgestossen worden, durch diverse Priesterskandale, in die Gossen der Welt. Das ist nicht unser Platz», sagte der Kölner Erzbischof.

Zugleich hob Meisner hervor, dass es nicht genüge, einfach «Korrekturen» an den Kirchenstrukturen vorzunehmen, um sie «augenscheinlich attraktiver zu machen». Notwendig sei vor allem eine «Bekehrung des Herzens». Unerlässlich für diesen Prozess sei das Busssakrament. Dessen Vernachlässigung sei eine «wesentliche Ursache» für die «vielfältigen Krisen» der Kirche in den vergangen fünfzig Jahren gewesen, sagte der Kölner Erzbischof in seiner Meditation unter dem Titel «Umkehr und Mission». Dieses Sakrament sei die «Quelle permanenter Erneuerung und Revitalisierung des priesterlichen Seins». Ein Priester, der nicht mehr Beichtvater sei, werde zum «religiösen Sozialarbeiter», führte er aus.

«Beamtenmentalität»

Auch die Priester, müssten regelmässig zur Beichte gehen. Wer dies unterlasse, erleide auf Dauer seelische Schäden, sagte der Kardinal. Ursache für die Krise der Beichte ist nach seinen Worten nicht allein die mangelnde Nachfrage der Gläubigen, sondern auch dass Priester nicht mehr im Beichtstuhl präsent seien. Ohne die Spendung des Busssakraments breite sich unter Klerikern leicht eine «Beamtenmentalität» aus.

Zu dem internationalen Priestertreffen sind rund 10.000 Geistliche aus 97 Ländern angereist, darunter 56 aus der Schweiz 56. Papst Benedikt XVI. hatte das Priesterjahr am 19. Juni vergangenes Jahres ausgerufen. Zweck dieser Initiative war es nach den Worten des Papstes, den «Wert der Mission der Priester in der Kirche und der Welt» wieder stärker ins Bewusstsein zu rufen.

(kipa/r/ak)

9. Juni 2010 | 13:37
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