RKZ-Generalsekretär Daniel Kosch
Rauchzeichen

RKZ-Generalsekretär, Churer Domherren, «Wir sind Ohr»-Umfrage: Was diese Woche wichtig wird

Heute gibt die Römisch-Katholische Zentralkonferenz bekannt, wer Nachfolger von Daniel Kosch als Generalsekretär werden soll. Bischof Joseph Bonnemain installiert neue Domherren. Und das gfs-Institut informiert über Ergebnisse der «Wir sind Ohr»-Kampagne zum synodalen Prozess.

Raphael Rauch

Worum geht es im dualen System? «Die Macht bleibt nicht alleine bei den Klerikern, sondern wird geteilt. Geteilte Macht bedeutet auch immer: Diskussion, manchmal Kompromiss, manchmal Konsens, manchmal auch Streit», schreibt die Zürcher Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding in einem Gastbeitrag für das Portal katholisch.de.

Daniel Ric kritisiert Bischof Felix Gmür

Einen anderen Blick auf die Schweizer Kirchenlandschaft wirft Daniel Ric in der konservativen «Tagespost». Hier greift eine der Hauptfiguren im Aargauer Wasserschloss-Konflikt den Bischof von Basel an: «In Bischof Felix Gmürs Diözese gibt es in vielen Pfarreien überhaupt kein sakramentales Leben mehr, da die Kirchgemeinden Laientheologen und Diakone gegenüber Priestern vorziehen.»

RKZ-Präsidentin Renata Asal-Steger erhält einen neuen Generalsekretär.
RKZ-Präsidentin Renata Asal-Steger erhält einen neuen Generalsekretär.

Auf nationaler Ebene laufen die Fäden der kantonalkirchlichen Organisationen beim Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz (RKZ) der Schweiz zusammen, bei Daniel Kosch. Heute wird bekannt, wer sein Nachfolger werden soll. Der designierte Generalsekretär wird im Rahmen der Plenarversammlung der RKZ am 25. und 26. März 2022 gewählt. Wahl bedeutet aber noch nicht Amtsantritt. Dieser ist zum Jahresende vorgesehen.

Schieflage im dualen System

Franziska Driessen-Reding spricht in ihrem Gastbeitrag ein «systemisches Ungleichgewicht» an: «Unser Generalvikar ist an jeder Sitzung der Exekutive mit beratender Stimme dabei. (:..) Andersherum gilt das wieder nicht: Bis heute wurde noch kein Mitglied der Exekutive an eine Sitzung des Bischofsrats eingeladen. Eine wirkliche Gleichberechtigung sähe wohl anders aus.»

Synodalität im Kleinen: Bischof Joseph Bonnemain im Gespräch mit der Zürcher Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding.
Synodalität im Kleinen: Bischof Joseph Bonnemain im Gespräch mit der Zürcher Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding.

Dass alle sieben Kantonalkirchen im Bistum Chur zu allen Sitzungen des Bischofsrates eingeladen werden, gilt als unwahrscheinlich. Ein kleiner, pragmatischer Schritt wäre, wenn das Zürcher Generalvikariat die Vertreterin des Synodalrats zu seinen Sitzungen einladen würde. Etwa, wenn es um das Thema kirchliche Beauftragungen geht, die Erteilung der sogenannten «Missio». Wohl in keiner anderen Frage ist das Spannungsfeld von staatlichem und kirchlichem Recht grösser. Doch das Zürcher Generalvikariat dürfte kein Interesse daran haben, seine Missio-Vergabepraxis zu transparent machen zu wollen.

Papst empfängt Diplomaten

Am heutigen Montag empfängt Papst Franziskus die Vertreterinnen und Vertreter des diplomatischen Korps. Laut «Vatican News» unterhält der Heilige Stuhl aktuell zu 183 Staaten diplomatische Beziehungen. Noch residiert der Schweizer Botschafter beim Heiligen Stuhl in Slowenien. Doch das ändert sich.

Botschafter Denis Knobel mit Bundesrat Ignazio Cassis und Ehefrau Paola Cassis in Rom (November 2020).
Botschafter Denis Knobel mit Bundesrat Ignazio Cassis und Ehefrau Paola Cassis in Rom (November 2020).

Der Bundesrat hat im Oktober 2021 bekannt gegeben, eine eigene Botschaft in Rom für die Beziehungen zum Heiligen Stuhl, Malta und San Marino einzurichten. Wann genau das der Fall ist, hat das Aussendepartement bislang nicht kommuniziert. Im Herbst war von einem ein- bis zweijährigen Zeitraum die Rede. Demnach wäre es heute das letzte oder vorletzte Mal, dass ein Schweizer Botschafter extra anreisen muss, um die grossen Linien der vatikanischen Aussenpolitik zu erfahren. «Vatican News» überträgt die Ansprache des Papstes an die Diplomaten um 10.30 Uhr live.

«Wir sind Ohr»-Kampagne

Am Donnerstag veröffentlicht das Forschungsinstitut gfs.bern einen Bericht mit den Ergebnissen der «Wir sind Ohr»-Umfrage zum synodalen Prozess. Das Bistum Basel hatte, mit den Bistümern Chur und St. Gallen im Schlepptau, 27 Fragen gestellt. Wie geht es weiter mit dem synodalen Prozess? Stand heute findet nächste Woche im Bistum Basel die synodale Versammlung physisch in Basel statt – vom 20. bis 22. Januar 2022. Chur folgt am 9. Februar. Und in den anderen Diözesen? Wir haken nach.

Bischof Felix Gmür eröffnet die Kampagne zum synodalen Prozess.
Bischof Felix Gmür eröffnet die Kampagne zum synodalen Prozess.

Am Donnerstag installiert Bischof Joseph Bonnemain die neuen Churer Domherren. Mit Spannung wird erwartet, ob alle Domherren daran teilnehmen werden. Konservative Domherren um den ehemaligen Churer Generalvikar Martin Grichting hatten Joseph Bonnemain als Bischof abgelehnt. Auf die Frage, ob er sich mit den Domherren im Bistum ausgesöhnt habe, antwortete Bonnemain dem «Bündner Tagblatt» ausweichend: «Wenn wir das ‘Vater unser’ beten, beten wir: ‘Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.’ Ich kann das nur beten, wenn ich mich aufrichtig darum bemühe.»

Bischof Joseph Bonnemain  in der Paulus-Akademie.
Bischof Joseph Bonnemain in der Paulus-Akademie.

Die Kirche und die Schweizer Mafia

Eine spannende Perspektive auf Kirche und Mafia in der Schweiz liefert der «Sonntagsblick» in einem Interview. Die ehemalige Mafiajägerin Rosa Cappa sagte dem Blatt, auch in der Schweiz sei die Kirche wichtig für die Mafia: «Über die Kirche bilden sie Netzwerke. Nach der Operation ‘Imponimento’, bei der man den Anello-Fruci-Clan im Aargau erwischte, gingen Journalisten nach Muri und fragten den Priester, was er über die Familie wisse. Dieser sagte: Sie seien gute Leute, kämen immer in die Kirche, aber es sei besser, wenn man ihm nicht mehr Fragen stelle. Er hatte offenbar Angst.»

Laut Cappa kommen die Mafiosi auch über die Kirche «in Kontakt mit der Bevölkerung, können mit ganz normalen Leuten ins Geschäft kommen. Und erfahren so jetzt in der Krisenzeit, wer wo was verkaufen will – und kaufen. Wenn zum Beispiel derzeit Kleinunternehmer Geldprobleme haben, lassen sie sich mit Mafiosi ein, ohne es zu wissen. Anders als dies Banken tun, überprüfen sie die Käufer nicht.»

Verfolgte Christen

Am Sonntag feiert Bischof Joseph Bonnemain in Luzern einen Gottesdienst zusammen mit «Kirche in Not». Der Bischof erinnert in der Jesuitenkirche an die Lage der verfolgten Christen, für Musik sorgt die Jodelgruppe Chriensertal.

Was wird nächste Woche wichtig? Wir freuen uns über Ihren Input an rauchzeichen@kath.ch.

Einen guten Start in die Woche wünscht Ihnen

Ihr

Raphael Rauch


RKZ-Generalsekretär Daniel Kosch | © Keystone
10. Januar 2022 | 07:36
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