Nicole Büchel
Rauchzeichen

Nicole Büchel, Brand in Hofstetten, Dreikönig: Was diese Woche wichtig wird

Die neue Sprecherin des Bistums Chur, Nicole Büchel, hat heute ihren ersten Arbeitstag. Der Brand der Kirche in Hofstetten gibt zu reden. Kritiker des Synodalen Wegs feiern am Mittwoch die Heilige Messe mit Kurienkardinal Kurt Koch.

Raphael Rauch

Über Desmond Tutu ist in den letzten Tagen viel geschrieben und gesagt worden. Und trotzdem sind noch viele Fragen offen. Wir gehen diese Woche der Frage nach, was Desmond Tutu für die Schweiz bedeutet hat.

Alkalische Hydrolyse

Desmond Tutu war natürlich der wichtige Anti-Apartheid-Kämpfer. Er war ein Visionär in vielerlei Hinsicht – auch für die Frage der spirituellen Dimension von Gesundheit, die seit der Corona-Pandemie wieder verstärkt Beachtung findet.

Desmond Tutu im Jahr 2000.
Desmond Tutu im Jahr 2000.

Auch gehen wir der Frage nach, was es mit der alkalischen Hydrolyse auf sich hat. Das ist die Bestattungsmethode, die sich Tutu gewünscht hatte, und die nun als grüne Einäscherung zu reden gibt. Die alkalische Hydrolyse ist energieschonender als die Feuerbestattung – in den meisten Ländern bislang aber nicht zugelassen. Vor Jahren hat der «Spiegel» die Bestattungsform als etwas beschrieben, was an Mafia-Praktiken erinnere: «das Auflösen in Lauge».

Nicole Büchel spricht für Bischof Joseph Bonnemain

Sie heisst wie der Bischof von St. Gallen, Markus Büchel. Sie stammt aus demselben Weiler wie der Bischof von St. Gallen, nämlich Büchel. Büchel gehört heute zum Ort Rüthi. Und sie spricht künftig für den Bischof von Chur, Joseph Maria Bonnemain: Nicole Büchel (45).

Seit dem 1. Januar ist Nicole Büchel die neue Kommunikationsverantwortliche. Ihr Motto auf «LinkedIn»: «Suche nicht grosse Worte, wenn kleine Gesten genügen.»

Nicht blutsverwandt mit Bischof Markus Büchel

Ist sie mit Bischof Markus Büchel (72) verwandt? Nein, sagt Nicole Büchel zu kath.ch. «Wir haben dasselbe Familienwappen, sind aber nicht blutsverwandt.» Allerdings kennt man sich natürlich in Büchel: «Wenn ich am Rhein entlang joggen gehe, dann sehe ich manchmal den Markus. Wir sind in derselben Strasse aufgewachsen, auch wenn es in Büchel früher gar keine Strassennamen gab.» Die beiden sind auch auf dieselbe Schule gegangen – auf das mittlerweile geschlossene Gymnasium Marienburg der Steyler Missionare. Wir wünschen ihr einen guten Start!

Feuer in Hofstetten SO

Die Angst vor Feuer gehört zur Urangst der Menschheit. Entsprechend emotional wirken auch die Bilder von brennenden Kirchen: etwa 2018 beim Brand von «Sacré Coeur» in Genf, 2019 beim Brand von Notre-Dame in Paris 2019 oder nun am Silvesterabend in Hofstetten SO:

Die Polizei sucht Zeugen. Offenbar haben kurz vor Brandausbruch «unbekannte Vandalen im Innenraum der Kirche das Krippenspiel samt Weihnachtsbaum und handgemachten Figuren zerstört», wie Medien am Wochenende berichtet haben. Wir haken nach.

Anteilnahme von Bischof Felix Gmür

Der Kirchgemeinderat von Hofstetten SO teilt auf der Website mit: «Aufgrund des schrecklichen Ereignisses finden bis auf weiteres keine Gottesdienste in der Pfarrkirche statt. Es sind umfangreiche Renovierungsarbeiten nötig. Wir können uns glücklich schätzen, dass es keinen Vollbrand gegeben hat dank des schnellen Eintreffens der Feuerwehr.»

Bischof Felix Gmür
Bischof Felix Gmür

Betroffen zeigte sich auch der Bischof von Basel, Felix Gmür: «Wir hoffen, dass die Wiederherstellungsarbeiten bald in Angriff genommen werden können und wünschen allen Pfarreiangehörigen trotz dieses schwierigen Ereignisses in der Silvesternacht ein glückvolles neuen Jahr und Gottes Segen!»

Gruppierung «Neuer Anfang»

Der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch wird am Mittwoch eine Messe mit der Gruppierung «Neuer Anfang» feiern. Laut Website handelt es sich dabei um einen «Arbeitskreis Christliche Anthropologie». Dieser sieht sich als «freie Initiative, worin Christen, die Anthropologie, Ethik, Philosophie, Theologie und Publizistik lieben, ein neues Gespräch eröffnen».

Kurt Kardinal Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Einheit der Christen.
Kurt Kardinal Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Einheit der Christen.

Die Gruppe macht sich auf den Weg nach Rom, um «gemeinsam für die geistliche Erneuerung der Katholischen Kirche in Deutschland» zu beten. Auf dem Programm stehen ausser der Heiligen Messe mit Kardinal Kurt Koch auch eine mit Erzbischof Georg Gänswein.

Kritik am Synodalen Weg

Erst im September hat die Gruppe ein Manifest veröffentlicht, wonach «der Synodale Weg auf dramatische Weise den Ansatz wahrer Reform» verfehle: «In seiner Fixierung auf die äussere Struktur geht er am Kern der Krise vorbei; er verletzt den Frieden in den Gemeinden, verlässt den Weg der Einheit mit der Weltkirche, beschädigt die Kirche in der Substanz ihres Glaubens und läuft auf ein Schisma hinaus.» Die Gruppierung vertritt auch die Ansicht, sexueller Missbrauch werde «auf dem Synodalen Weg benutzt, um sachfremde Ziele und Positionen kirchlich durchzusetzen».

Auch der Umgang von Joseph Ratzinger - heute emeritierter Papst Benedikt XVI. - mit Missbrauchsfällen wird untersucht.
Auch der Umgang von Joseph Ratzinger - heute emeritierter Papst Benedikt XVI. - mit Missbrauchsfällen wird untersucht.

Warten wir mal ab, welche Ergebnisse das mit Spannung erwartete Münchner Missbrauchsgutachten ergibt. Eigentlich sollte es letztes Jahr veröffentlicht werden. Im November hiess es, es werde nun im Januar veröffentlicht. Das Gutachten gilt auch deshalb als brisant, weil der Untersuchungszeitraum einen prominenten Kirchenmann betrifft: Papst Benedikt XVI., der als Joseph Ratzinger von 1977 bis 1981 Erzbischof von München und Freising war. Aber es geht auch um den amtierenden Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx.

Mit den Sternsingern unterwegs

Am Donnerstag ist Dreikönig – ein Feiertag in den Kantonen Schwyz, Uri, Tessin und in Teilen Graubündens. Auf kath.ch werden Sie dann lesen, was es eigentlich mit Myrrhe auf sich hat – dem Geschenk, das neben Gold und Weihrauch ein Schattendasein fristet.

Sternsinger aus Neuenburg mit Kurienkardinal Kurt Koch
Sternsinger aus Neuenburg mit Kurienkardinal Kurt Koch

Missio Schweiz hat die Sternsingerzeit bis Lichtmess verlängert – bis zum 2. Februar. «So bleibt genügend Zeit, um den Segen der Heiligen Nacht zu möglichst vielen Menschen zu bringen», teilt Missio hierzu mit. Eine Gruppe aus Neuenburg war an Neujahr beim Papst und an Silvester bei Kurienkardinal Kurt Koch.

Humorvolle Antworten von Kardinal Koch

Der Kardinal deutete die Geschichte vom Besuch der Sterndeuter beim Jesuskind in Bethlehem laut Medienmitteilung wie folgt: «Wer den Sinn des Lebens gefunden hat, wird verwandelt, und kehrt auf einem anderen Weg nach Hause zurück.»

Die Kinder hatten aber auch praktische Fragen an den höchsten Schweizer Katholiken: «Muss man eine Glatze haben, um diese runde Mütze (Pileolus) tragen zu können?» Die Antwort von Kurt Koch: «Mit Haaren verrutsche es weniger.» Just an Dreikönig hat die neue Schweizer Sternsinger-Verantwortliche Sonja Lofaro Geburtstag.

Jacqueline Straub verstärkt kath.ch

Die ganze Redaktion von kath.ch wünscht Ihnen ein gutes neues Jahr 2022. Zur Redaktion gehört seit heute auch Jacqueline Straub. Auch sie hat heute ihren ersten Arbeitstag. Herzlich willkommen!

Jacqueline Straub
Jacqueline Straub

Was wird nächste Woche wichtig? Wir freuen uns über Ihren Input an rauchzeichen@kath.ch.

Einen guten Start in die Neujahrswoche

Ihr

Raphael Rauch


Nicole Büchel | © zVg
3. Januar 2022 | 11:41
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