Betende Priester | © KNA
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Betende Priester | © KNA

Priester im Bistum Chur rufen zum Gebet für «guten neuen Bischof» auf

Lachen SZ, 21.11.18 (kath.ch) An Ostern 2019 endet die Amtszeit des Churer Bischofs Vitus Huonder (76). Die bevorstehende Bestellung seines Nachfolgers nehmen über 80 Priester der Diözese zum Anlass für einen Aufruf. Alle Angehörigen des Bistums sollen für «einen guten neuen Bischof» beten, teilte das «Forum Priester der Diözese Chur» am Mittwoch mit. Der lose Zusammenschluss von Priestern appellierte aber auch an alle am Berufungsverfahren Beteiligten.

In dem Forum seien über 80 Priester des Bistums Chur zusammengeschlossen, «deren Berufung in der Diözese gewachsen ist und die in Pfarrverantwortung stehen oder standen», heisst es in der Mitteilung weiter. Seit einigen Jahren treffe man sich regelmässig zur «gegenseitigen brüderlichen Stärkung, zum Austausch und zum Gebet».

Ein solches Treffen fand laut dem Zürcher Pfarrer Andreas Rellstab am Montag im schwyzerischen Lachen statt. Dort sei auch der Beschluss gefasst worden, einen Gebetsaufruf zu lancieren, sagte der Domherr und ehemalige regionale Generalvikar für Graubünden auf Anfrage gegenüber kath.ch.

Rellstab gehört dem sogenannten Ausschuss des Forums an, wie er erklärte. Zusammen mit fünf weiteren Mitgliedern dieses Gremiums hat er den Gebetsaufruf unterzeichnet. Die Idee für den Aufruf habe der Ausschuss eingebracht, so Rellstab.

Vielfalt und Lebendigkeit des kirchlichen Lebens fördern

Man fühle sich verpflichtet, einen «Beitrag für ein gutes Miteinander von Bischof, Priestern, Diakonen, pastoral Mitarbeitenden und dem gläubigen Volk zu leisten», begründen die Initianten ihre Aktion in der Mitteilung.

Andreas Rellstab, römisch-katholischer Pfarrer in Zürich | © Georges Scherrer

Andreas Rellstab betonte gegenüber kath.ch, man habe im Forum nie gegen den amtierenden Bischof von Chur, Vitus Huonder, polarisiert. «Wir sind nicht gegen jemanden oder etwas. Vielmehr ist es uns wichtig, die Vielfalt und die Lebendigkeit des kirchlichen Lebens im Bistum zu fördern.» Wichtig sei, dass es eine gute Zukunft für das Bistum gebe.

«Wir sind nicht gegen jemanden oder etwas.»

In der Mitteilung sprechen die Initianten allerdings auch das Misstrauen zwischen der Diözesanleitung und «vielen in der Seelsorge tätigen Priestern und anderen kirchlichen Mitarbeitenden» an, das sich in den letzten Jahrzehnten verstärkt habe. Und die «wachsende Entfremdung zwischen einem grossen Teil der Gläubigen und der diözesanen Kirchenleitung».

Integrierende Persönlichkeit erwünscht

Das Forum will dazu beitragen, dass ein neuer Bischof verbindend und versöhnend wirken könne, heisst es weiter. Man appelliere deshalb an alle, die beim Berufungsverfahren des künftigen Bischofs von Chur mitbestimmen können, «das Wohl der ganzen Diözese im Blick zu behalten und nur Kandidaten zu berücksichtigen, die ihre Fähigkeit, in der Pastoral integrierend wirken zu können, schon bewiesen haben».

Nebst Rellstab haben Hugo Gehring, Pfarrer und Dekan aus Winterthur, Daniel Krieg, Pfarrer und Dekan aus Altdorf im Kanton Uri, Adrian Lüchinger, Pfarrer und Dekan aus dem zürcherischen Horgen, Ernst Fuchs, Pfarrer in Lachen, sowie Fulvio Gamba, Pfarrer in Egg im Kanton Zürich, den Gebetsaufruf unterzeichnet. Die Initianten des Gebetsaufrufes haben ihrer Mitteilung zwei Vorschläge für «Fürbittgebete um einen neuen Bischof» beigelegt.

Papst verlängerte Amtszeit von Huonder

Die Amtszeit von Vitus Huonder endet an Ostern 2019. Papst Franziskus hatte sie um zwei Jahre verlängert, nachdem Huonder am 21. April 2017, also mit Erreichen des 75. Altersjahres, dem Kirchenoberhaupt seinen Rücktritt angeboten hatte. (bal)

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