Der erkrankte Papst Franziskus winkt am 23. März 2025 zum ersten Mal seit seiner Klinikeinlieferung vom 14. Februar von einem Balkon der Gemelli-Klinik in Rom (Italien). Hinter ihm: Massimiliano Strappetti.
Vatikan

Pfleger von Papst Franziskus: Er lacht im Himmel über unsere Witze

Das Foto von Papst Franziskus im Poncho im Petersdom ging um die Welt. Immer an der Seite des Schwerkranken war Pfleger Strappetti. Ein Jahr nach dem Tod des Papstes enthüllt er viel Persönliches über ihn.

Sabine Kleyboldt

(CIC) Ein Jahr nach dem Tod von Papst Franziskus erinnert sein langjähriger Pfleger Massimiliano Strappetti an einen mutigen, humorvollen Menschen. «Ich gehe oft zu seinem Grab, bringe ihm eine wesse Rose und erzähle ihm einen unserer Witze. Vielleicht lacht er ja», sagte Strappetti jüngst der Zeitung «Corriere della Sera». «Er war wie ein zweiter Vater für mich, und ich vermisse ihn immer noch sehr.» Franziskus, 1937 in Buenos Aires als Jorge Mario Bergoglio geboren, starb am 21. April 2025 mit 88 Jahren im Vatikan an einem Schlaganfall.

Freudenträne des Papstes nach Urbi et Orbi

Erstmals spricht Strappetti (56) über den Ostersonntag 2025, den Tag vor Franziskus’ Tod: Nach dem überraschenden Segen Urbi et Orbi und der umjubelten Fahrt im Papamobil auf dem Petersplatz sei der Schwerkranke «zwar erschöpft, aber glücklich wie ein Kind, dem man Schokolade schenkt» gewesen. Im Aufzug zur Papstwohnung im Vatikan-Gästehaus Santa Marta sei Franziskus eine Freudenträne über die Wange gerollt, so sein Pfleger. Der Papst hatte nach 38 Tagen Kliniktagen nicht mehr mit einem solchen Auftritt gerechnet.

Sein letzter öffentlicher Auftritt: Papst Franziskus spendet den Segen "Urbi et orbi" vom Zentralbalkon des Petersdoms am 20. April 2025 im Vatikan.
Sein letzter öffentlicher Auftritt: Papst Franziskus spendet den Segen "Urbi et orbi" vom Zentralbalkon des Petersdoms am 20. April 2025 im Vatikan.

Über das Foto vom 10. April 2025 im Petersdom, wo der Papst statt des weissen Gewandes einen argentinischen Poncho über weissem Langarmshirt und schwarzer Hose trug, sagte Strappetti, Franziskus habe plötzlich in die Basilika gewollt, um mit den Restauratoren der Cattedra Petri zu sprechen. «Ich fragte ihn: ‘Aber was, wenn sie uns sehen?’ Und er sagte: ‘Lass uns trotzdem gehen’.» Doch nicht nur verblüffte Petersdom-Besucher, auch ein Fotograf wurde auf den Papst im Rollstuhl aufmerksam: Das Foto ging um die Welt.

Parfum, Kochbücher und Einfühlsamkeit

Von Franziskus bleiben dem Pfleger dessen Parfum und die vielen Kochbücher, die er ihm schenkte – und vor allem seine Einfühlsamkeit. «Einmal wurde ich ernst und vertraute ihm an, dass ich geschieden bin», so Strappetti. «Und was ist das Problem?», habe Franziskus gefragt. Und: «Lassen sie dich denn zur Kommunion gehen? Sonst nenn mir die Namen der Priester, die sich weigern, und ich werde mit ihnen reden!», so sein langjähriger Vertrauter, der schon Johannes Paul II. und Benedikt XIV. unterstützte und heute zum Stab von Papst Leo XIV. gehört.

«Franziskus ist schon jetzt ein Heiliger»

Zu einer möglichen Heiligsprechung von Franziskus, für die unter anderem eine unerklärliche Heilung auf Fürsprache des Verstorbenen nötig wäre, hat Strappetti seine eigene Meinung. «Franziskus sagte immer: Nur Jesus wirkt Wunder.» Aber es gebe durchaus solche Heilungen schwerer Krankheiten, die von der Kirche und der Wissenschaft geprüft werden müssten. «Wir werden sehen. Aber für mich ist Franziskus schon jetzt ein Heiliger.»

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Der erkrankte Papst Franziskus winkt am 23. März 2025 zum ersten Mal seit seiner Klinikeinlieferung vom 14. Februar von einem Balkon der Gemelli-Klinik in Rom (Italien). Hinter ihm: Massimiliano Strappetti. | © KNA
25. April 2026 | 14:00
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