Ausschnitt aus dem Cover von " Evangelii Gaudium» |© 2013 Herder-Verlag
Ausland, Vatikan
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Papst zu Charlie-Hebdo-Karikaturen: Satire darf nicht alles

Manila, 15.1.15 (kath.ch) Satire darf nach den Worten von Papst Franziskus nicht alles: «Es gibt eine Grenze, jede Religion hat Würde», sagte er im Blick auf die Zeitschrift «Charlie Hebdo» am Donnerstag an einer improvisierten Pressekonferenz vor Journalisten auf dem Flug nach Manila. «Jede Religion, die das menschliche Leben, die menschliche Person achtet, kann ich nicht einfach zum Gespött machen», so der Papst.

«Jede Religion hat eine Würde. Eine Religion, die das menschliche Leben, die menschliche Person respektiert, kann ich nicht einfach zum Gespött machen.» Die Freiheit auf ungestörte Religionsausübung sei ein ebenso fundamentales Grundrecht des Menschen wie die Meinungsfreiheit. Jeder habe die Freiheit und das Recht seine Meinung zu äußern, stehe dabei aber in der Pflicht gegenüber dem Gemeinwohl.

Religion wird nach seinen Worten in der heutigen Zeit zu oft ins Lächerliche gezogen und ausgegrenzt wie eine Subkultur, die mit der herrschenden Kultur nichts mehr zu tun hat.

Mit Blick auf den Anschlag gegen das Pariser Satiremagazin «Charlie Hebdo» verurteilte Franziskus eindringlich das Töten im Namen der Religion. Niemand habe das Recht, Krieg und Mord als göttlichen Auftrag zu rechtfertigen. «Das ist eine Abirrung gegenüber Gott», sagte der Papst.

Gleichzeitig deutete Franziskus ein gewisses Verständnis dafür an, dass Menschen auf Beleidigungen ihrer persönlichen und religiösen Identität heftig reagieren. Scherzhaft verwies er auf seinen Reisemarschall Alberto Gasbarri, der neben ihm stand: «Wenn Doktor Gasbarri, der mein Freund ist, meine Mutter beleidigt, kriegt er eins mit der Faust», sagte der Past unter dem Gelächter der Journalisten.»

Papst plant neues Friedenstreffen der Religionen in Assisi

Der Vatikan plant offenbar ein neues Friedenstreffen der Weltreligionen in Assisi. Wie Papst Franziskus bei seinem Flug von Sri Lanka nach Manila vor den mitreisenden Journalisten bestätigte, seien solche Überlegungen im Gange. Er selbst habe mit Kardinal Jean-Louis Tauran, dem Präsidenten des vatikanischen Dialogrates, darüber gesprochen. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Papst Johannes Paul II. hatte erstmals im Herbst 1986 Vertreter der Weltreligionen zu einem Friedenstreffen in die mittelitalienisch Franziskus-Stadt eingeladen und damit ein breites Echo ausgelöst. Benedikt XVI. hatte zum 25. Jahres 2011 ebenfalls ein Friedenstreffen der Religionen nach Assisi einberufen. Papst Franziskus hatte im Herbst 2013 die Stadt seines Papstnamen-Patrons zu einer Pilgerreise aufgesucht. (CIC)

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