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Vatikan
Davidstern | © 2013 Esther Stosch / pixelio.de

Papst verurteilt antisemitische Tendenzen in Europa

Rom, 20.4.15 (kath.ch) Papst Franziskus hat sich besorgt über «antisemitische Tendenzen» in Europa und «einige Ausschreitungen von Hass und Gewalt» geäussert. Jeder Christ müsse mit Entschiedenheit «jede Form von Antisemitismus beklagen und dem jüdischen Volk seine Solidarität zeigen», sagte er am Montag, 20. April, im Vatikan bei einer Audienz für eine Delegation der «Konferenz europäischer Rabbiner».

Franziskus verwies auf die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 70 Jahren und forderte, die «gewaltige Tragödie der Schoah» im Herzen Europas müsse ein Mahnmal für die jetzige und für künftige Generationen bleiben. Darüber hinaus müssten auch Hass- und Gewalttaten gegen Christen und Angehörige anderer Religionen verurteilt werden, fügte der Papst hinzu.

Juden und Christen sollen gemeinsam für Schutz des Lebens kämpfen

Mit Nachdruck forderte Franziskus vor den europäischen Rabbinern zum gemeinsamen Einsatz von Juden und Christen für den Schutz des Lebens auf. Die Angehörigen beider Religionen müssten sich dafür einsetzen, dass der religiöse Sinn des Menschen in unserer heutigen Gesellschaft lebendig bleibe. «Sie müssen die Heiligkeit Gottes und des menschlichen Lebens bezeugen: Gott ist heilig, und heilig und unverletzlich ist das Leben, das er geschenkt hat».

In Europa müsse die geistige und religiöse Dimension des menschlichen Lebens heute eine höhere Bedeutung erhalten, so der Papst. «Unsere Gesellschaft ist immer mehr von Säkularismus gekennzeichnet und von Atheismus bedroht; sie läuft Gefahr zu leben, als wenn Gott nicht existierte». Der Mensch versuche mitunter, sich an die Stelle Gottes zu setzen und sich selbst als oberstes Kriterium für alles zu halten. Er meine, alles kontrollieren zu können und alles, was ihn umgebe, nach eigenem Gutdünken gebrauchen zu dürfen. Daher sei es sehr wichtig, sich stets gegenwärtig zu halten, dass «unser Leben ein Geschenk Gottes ist, dem wir uns anvertrauen müssen». (cic)

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