Start der Konzernverantwortungsinitiativen | © Alliance Sud
Schweiz
Start der Konzernverantwortungsinitiativen | © Alliance Sud

Papst prangert internationale Bergbaukonzerne an

Rom/Bern, 18.7.15 (kath.ch) Papst Franziskus hat eine rücksichtslose Rohstoffausbeutung durch internationale Bergbaukonzerne zulasten armer Länder angeprangert und einen «radikalen Wandel» ihres Geschäftsmodells gefordert. Durch die Worte des Papstes dürfen sich die Initianten der Schweizer Konzernverantwortungsinitiative gestärkt fühlen.

66 Schweizer Organisationen haben im April die Konzernverantwortungsinitiative lanciert. Künftig sollen Unternehmen mit Sitz in der Schweiz verantwortlich gemacht werden können, wenn sie oder ihre Subunternehmen im Ausland verantwortlich sind für Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen. Die Initianten haben bis zum 21. Oktober 2016 Zeit, um  die notwendigen Unterschriften für die eidgenössische Volksinitiative «Für verantwortungsvolle Unternehmen – zum Schutz von Mensch und Umwelt» zu sammeln.

Zu den Organisationen, welche die Initiative lancierten, gehören Alliance Sud, das Fastenopfer, Brot für alle, Jesuitenweltweit, der Schweizerische katholische Frauenbund (SKF), Interteam und mehrere Dutzend weitere Organisationen.

Papst: Folgen zu oft negativ

Der Papst betont in einer Botschaft anlässlich einer vatikanischen Konferenz für Opfer von Rohstoffausbeutung, dass die Folgen des Bergbaus «zu oft negativ» seien. Noch bis Sonntag beraten rund 30 Betroffene aus Afrika, Asien und Lateinamerika in Rom auf Einladung des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden mit Vertretern kirchlicher Hilfswerke.

Mit der Montanindustrie seien häufig Menschenrechtsverletzungen, Gewalt, Drohungen, Korruption, Ausbeutung von Arbeitern sowie Umweltzerstörung verbunden, so der Papst in seiner Botschaft. Die örtliche Bevölkerung profitiere oft nicht von den Erträgen.

Politik gefordert

Zur Verbesserung der Situation in den armen Ländern, schreibt Franziskus weiter, müssten auch die Regierungen in den Heimatländern der Konzerne ihren Beitrag leisten. Gleiches gelte für die örtlichen Behörden, Investoren, Rohstoffhändler und Konsumenten. Alle Beteiligten müssten ein Verhalten an den Tag legen, dass von der Idee «einer einzigen grossen Menschheitsfamilie» inspiriert sei, forderte Franziskus.

Der Papst appellierte an die Opfer der Rohstoffausbeutung, einen konstruktiven Dialog mit allen Beteiligten zu suchen. Bereits in seiner im Juni veröffentlichten Umwelt-Enzyklika «Laudato si» hatte Franziskus eine rücksichtslose Rohstoffausbeutung internationaler Konzerne verurteilt. (cic)

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