Papst Leo XIV.: Schluss mit der Spirale der Gewalt in Nahost
Erstmals nach der erneuten Eskalation im Nahen Osten äusserte sich der Papst am Sonntag zu dieser Situation. In einem dramatischen Appell an Beteiligte und an die diplomatische Welt fordert er ein Ende der Gewalt. Auch der Weltkirchenrat in Genf verurteilt die Militäraktion im Nahen Osten.
Severina Bartonitschek
(CIC/KNA) Mit einem eindringlichen Appell hat Papst Leo XIV. dazu aufgerufen, die «Spirale der Gewalt» im Nahen Osten zu stoppen. Er verfolge mit grosser Besorgnis die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten und im Iran in diesen dramatischen Stunden, sagte der Papst am Sonntag auf dem Petersplatz.
«Stabilität und Frieden lassen sich nicht durch gegenseitige Drohungen oder durch Waffen, die Zerstörung, Leid und Tod bringen, erreichen, sondern nur durch einen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog.»
Spirale der Gewalt stoppen
Angesichts der Möglichkeit einer Tragödie von enormem Ausmass richte er seinen eindringlichen Appell an alle Beteiligten: Sie sollten die moralische Verantwortung übernehmen, die Spirale der Gewalt zu stoppen, bevor sie zu einem unüberwindbaren Abgrund werde.
Die Diplomatie möge ihre Rolle wiederfinden und das Wohl der Völker fördern, die sich nach einem friedlichen Zusammenleben auf der Grundlage der Gerechtigkeit sehnten. Abschliessend forderte der Papst die Menschheit dazu auf, weiterhin für den Frieden zu beten.
Weltkirchenrat in Genf verurteilt Militäraktion
Der Schlagabtausch Israels und der USA mit dem Iran könne zu einem Flächenbrand führen, warnt der Zusammenschluss von 356 christlichen Kirchen in Genf. Er fordert eine Rückkehr zur Diplomatie. Der Ökumenische Kirchenrat hat die Militärangriffe Israels und der USA gegen den Iran und dessen Vergeltungsschläge verurteilt.
Diese Spirale der Gewalt gefährde Millionen von Zivilisten, untergrabe die regionale und internationale Sicherheit und belaste die ohnehin fragile wirtschaftliche und soziale Stabilität im Nahen Osten, erklärte Generalsekretär Jerry Pillay am Samstag in Genf.
Weder beständige Sicherheit noch Frieden
Militärische Konfrontation und Vergeltung könnten weder beständige Sicherheit noch Frieden bringen. Stattdessen brächten sie mehr Leid und erhöhten die Gefahr eines regionalen Flächenbrands mit unvorhersehbaren globalen Folgen, so der Vertreter des Verbands von 356 Kirchen, die zusammen mehr als 580 Millionen Christen repräsentieren. Die römisch-katholische Kirche gehört dem Rat nicht an.
Militärische Aktionen sofort einstellen
Der Kirchenrat forderte die sofortige Einstellung aller militärischen Aktionen, den Schutz der Zivilbevölkerung, die Wiederaufnahme diplomatischer Verhandlungen und koordinierte internationale Bemühungen zur Verhinderung einer weiteren Eskalation.
«Wir appellieren an die politischen Entscheidungsträger, mit Besonnenheit, Verantwortungsbewusstsein und neuem Engagement für friedliche Konfliktbeilegungen zu handeln», erklärte Pillay.
Irans oberster Führer Chamenei ist nach Angaben iranischer Staatsmedien tot. Die Revolutionsgarde kündigt Rache an. Zuvor hatte bereits US-Präsident Trump verkündet, dass Chamenei bei den Angriffen der USA und Israels getötet worden sei. Die iranischen Staatsmedien haben den Tod des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei bestätigt. Den Tod des 86-Jährigen vermeldeten das Staatsfernsehen und die staatliche Nachrichtenagentur Irna am frühen Sonntagmorgen. Die Todesursache nannten sie nicht. Er sei als «Märtyrer» getötet worden, berichteten unter anderem die iranischen Nachrichtenagenturen. Als geistliches Oberhaupt Irans lenkte Chamenei mehr als drei Jahrzehnte lang die Geschicke der Islamischen Republik. Den Posten hatte er 1989 nach dem Tod von Republikgründer Ajatollah Ruhollah Khomeini übernommen. Chamenei sei in den frühen Morgenstunden des Samstags ums Leben gekommen, melden die Medien weiter. Zudem sei eine 40-tägige Staatstrauer ausgerufen worden. (tagesschau.de)Irans Führer Chamenei tot
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